19.08.2015
Iran: Hauskirche gestürmt
Mindestens fünf Christen wurden festgenommen
Karadsch (idea) – Im Iran sind mindestens fünf Christen festgenommen worden, weil sie sich am 14. August in einer Hauskirche in Karadsch versammelt hatten. Drei von ihnen wurden inzwischen gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Wie der Nationalrat des Widerstands im Iran berichtet, hatten bewaffnete Sicherheitskräfte in Zivil die Versammlung gestürmt und die Anwesenden beleidigt und geschlagen. Sie hätten ihre Bibeln beschlagnahmt und die Satellitenschüsseln am Gebäude abmontiert. Die schiitische Regierung des Irans gehe verstärkt gegen religiöse Minderheiten vor. So habe sie im Juli eine sunnitische Gebetshalle in Teheran abgerissen. Von den 78,1 Millionen Einwohnern des Irans sind 99 Prozent Muslime, davon etwa 90 Prozent Schiiten und zehn Prozent Sunniten. Daneben gibt es etwa 300.000 Anhänger der verbotenen Baha’i-Religion und rund 150.000 orthodoxe armenische und assyrische Christen. Die Gesamtzahl der Christen, zu denen auch Evangelikale zählen, die vom Islam konvertiert sind, wird auf über 300.000 geschätzt. Der Übertritt von Muslimen zum Christentum ist in der Islamischen Republik aufgrund des Religionsgesetzes Scharia verboten und kann mit dem Tode bestraft werden.