22.08.2015

Indien: "Eines Tages werde ich für Christus sterben"

(HMK) Liebevoll spricht Pramella von ihrem Ehemann Sanjaeev und der Arbeit, die er in Indien tat: Der Pastor verteilte Handzettel in den Straßen von Vikrabad, Andhra Pradesh, und erklärte den Menschen, dass Gott seinen Sohn in diese Welt sandte. Er brachte ihnen das Evangelium – bis letztes Jahr, als plötzlich alles zu Ende war …

Während eines wichtigen hinduistischen Festes war Sanjaeev zu Hause geblieben und bereitete gerade eine Bibelstunde vor, als plötzlich eine Gruppe von nationalistischen Hindus in seine Wohnung einbrach. Brutal attackierten sie den 48-Jährigen und stachen sieben Mal mit ihren langen Messern auf ihn ein. Als sie wieder flüchteten, schlug einer der Angreifer noch mit einer Eisenstange Pramella und brach ihr dabei den Arm. Das Ehepaar musste sofort ins Krankenhaus.

Drei Tage später war Sanjaeev tot.

Die Angreifer hatten den Pastor schon Tage vorher bedroht. „Sie sagten: ‚Warum predigst du hier?‘“, erinnert sich Pramella. „Mein Mann meinte immer: ‚Eines Tages werde ich für Christus sterben, weil die Menschen in dieser Gegend nicht wollen, dass ich das Evangelium predige.‘“

Die Geschichte von Pastor Sanjaeev reiht sich ein in eine Vielzahl von Angriffen auf Pastoren und Gemeindeleitern in Indien ein: Gruppierungen nationalistischer Hindus haben es sich zum Ziel gesetzt, die Verbreitung der Guten Nachricht aufzuhalten. Auch wenn es bisher selten vorkam, dass deshalb ein Christ sterben musste – Drohungen, falsche Anschuldigungen und Gewalt gegen Gläubige scheinen zuzunehmen. Seitdem die Bharatiya Janata Partei (BJP), eine rechtskonservative, hindu-nationalistische Partei, nach den Wahlen letztes Jahr die Regierung stellt, fühlen sich hinduistische Extremisten noch mehr dazu ermutigt, gegen Christen vorzugehen. Der Grund: Für sie ist das Christentum ein fremder Einfluss, der die hinduistische Kultur bedroht. Viele Mitglieder der BJP stammen darüber hinaus aus höheren Kasten. Ihnen gefällt die Idee der Gleichheit nicht, die mit dem Christentum transportiert wird. Also ermutigen sie ihre Leute dazu, Kirchengebäude zu zerstören und Christen einzuschüchtern …

Pramella ist mit ihren vier Kindern inzwischen in eine andere Stadt gezogen. Hier fühlt sie sich sicherer. Der Schmerz und die Trauer um den Verlust des geliebten Ehemannes sowie Vaters sind zwar noch groß. Aber ihr Gottvertrauen hat die Familie deshalb nicht verloren.

Bitte beten Sie mit uns dafür, dass sie im Glauben stark bleiben kann – und bitten sie, dass der Herr die Christen in Indien beschützt und niemand die Verbreitung der Frohen Botschaft in diesem Land verhindern kann. Vielen Dank!

Quelle: HMK Deutschland