28.08.2015

China: Einige Hintergründe beleuchtet

Ökumenische Aktion zum Tragen von Kreuzen

[AN] Protestantische und katholische Christen in der Provinz Zhejiang haben eine Kampagne gestartet, Kreuze anzufertigen und diese bei jedweder Gelegenheit auch zu tragen als ein stiller Protest gegen die Abnahme von rund 1.200 Kreuzen von offiziellen und inoffiziellen Kirchengebäuden durch die staatlichen Behörden. Die über das Internet publizierte Aktion verzeichnete einen unerwarteten Erfolg.

Mögliche Hintergründe für die Abnahmeaktion von Kreuzen

[UCA] Bekanntlich geht die Aktion zur Abnahme der Kreuze von Kirchen in der Provinz Zhejiang zurück auf einen Besuch des Parteisekretärs dieser Provinz, XIA Baolong, im Jahr 2013 in der Stadt Wenzhou. Bei diesem Besuch sagte er, man sehe in der Skyline von Wenzhou viel zu viele Kreuze. Die darauf folgende Aktion zur Abnahme von Kreuzen kann sicher nicht ohne die Zustimmung des Staatspräsidenten XI Jinping erfolgt sein, denn XI Jinping war von 2002 bis 2007 der Vorgänger von XIA Baolong als Parteise-kretär der Provinz Zhejiang. Somit muss wohl diese Aktion zur Unterdrü-ckung der immer noch stark ansteigenden Zahl von Christen auch im Zu-sammenhang gesehen werden mit der von XI Jinping ausgelösten rigiden Säuberungsaktion des Parteiapparates. Diese Aktion zur Sicherung des Überlebens der Kommunistischen Partei als dominierendem Machtapparat und die Unterdrückung der sich immer mehr ausweitenden Präsenz christli-cher Gemeinden haben als Wurzel wohl die dieselbe Angst vor einem Machtverfall der Kommunistischen Partei. XI Jinping will deshalb alles tun, um nicht als ein chinesischer Gorbatschow in die Geschichte einzugehen.

China begrenzte das Fasten in Xinxiang während des Ramadans

[TCSM] Für die in Xinxiang lebenden 12 Mio. muslimischen Uiguren hatte die chinesische Regierung auch in diesem Jahr wieder Restriktionen während des Fastenmonats Ramadan zur Einschränkung religiöser Aktivitäten erlassen. Studenten, Lehrer und alle Personen in Dienstleistungsbereichen wurden angewiesen, nicht am Fasten teilzunehmen. Alle Restaurants und sonstigen Betriebe der Nahrungsmittelbereiches mussten ganz normal geöffnet sein. Die Muslime in Xinxiang sind Sunniten und sprechen eine dem Türkischen verwandte Sprache. Die erneuten Restriktionen werden aber die Spannungen zwischen den Uiguren und den Han-Chinesen weiter verschärfen.

Aus dieser Situation haben sich nun auch erhebliche politische Spannungen zwischen der Türkei und China ergeben, denn die Türkei hat bisher chinesische Waffen und Infrastrukturtechnologie in großen Stil importiert.

Quelle: China-Informationen 15-08
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