21.02.2015
Weißrussland: Verleumdung gegen Katholiken, Visa verweigert
Katholiken in Weißrussland reagierten mit Protest gegen die Behauptungen des Bevollmächtigten für religiöse und ethnische Angelegenheiten, Leonid Gulyako, der schwerwiegende Vorwürfe gegen katholische Priester, die in Weißrussland tätig sind, erhoben hatte. Gulyako hatte erklärt: „Sie mögen unser Land, unsere Gesetze und Behörden nicht. In solchen Fällen verlängern wir ihren Aufenthalt in unserem Land nicht. Er warf nicht namentlich genannten Priestern vor, Gottesdienste in Regionen zu halten, für die ihre staatliche Erlaubnis nicht gilt. Der schwerwiegendste Vorwurf war, Priester würden unter Alkoholeinfluss Auto fahren. Weiters beklagte Gulyako, dass die ausländischen Priester die beiden Landessprachen (Russisch und Weißrussisch) nicht beherrschen.
In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass ein Großteil der Katholiken von Weißrussland der polnischen Minderheit angehört und die meisten ausländischen Priester polnische Staatsbürger sind. Die katholische Kirche ist zur Aufrechterhaltung ihrer Pfarren auf die Priester aus Polen angewiesen.
Auch das theologische Seminar der Baptisten in Minsk hat mit Visarestriktionen zu kämpfen. Ausländischen Professoren, die vom Seminar eingeladen werden, erhalten manchmal kein Visum für Weißrussland, vor allem solche, die aus den USA stammen. „Wir versuchen, kein Problem daraus zu machen, und suchen uns andere Professoren“, erklärte Yakov Timofeyev, der Prorektor des Seminars.
Quelle: Forum 18, Oslo
Deutsche Fassung: Arbeitskreis Religionsfreiheit der ÖEA