02.07.2015

Syrien: Wie geht es den christlichen Flüchtlingen?

Operation Sicherer Hafen – Die Evakuierung syrischer Christen aus der Gefahrenzone

Syrien: Wie geht es den christlichen Flüchtlingen?

Operation Sicherer Hafen – Die Evakuierung syrischer Christen aus der Gefahrenzone

Durch IS und andere dschihadistische Gruppen in Syrien und dem Irak mussten tausende Christen aus ihrer alt angestammten Heimat fliehen. Für viele Familien gibt es keine andere Option, als in einem sicheren Land eine neue Heimat zu finden. Seitens des Barnabas Fund www.barnabasfund.org gibt es daher seit einigen Monaten vertrauliche Gespräch in verschiedenen Ländern, damit durch ein Kontingent christlicher Flüchtlinge diese legal und in Würde umgesiedelt werden können. Der polnische Premier Minister hat auf Grund dieser Bemühungen am 26. Mai 2015 im Parlament verkündigt, dass Polen bereit sei, 60 christliche  Familien aus Syrien aufzunehmen. Der Barnabas Fund, in Kooperation mit einer lokalen Einrichtung, der Esther Foundation, arbeitet hier eng mit der Regierung zusammen. Seitens des Barnabas Funds werden die Flugkosten nach Polen wie auch die Lebenskosten für ein Jahr übernommen. Es wird damit gerechnet, dass auf diesem Wege 300 christliche Familien umgesiedelt werden können. Auch gibt es Gespräche in andern Ländern für ähnliche Hilfsprogramme. Gleichzeitig wird auch christlichen Flüchtlingen vor Ort in Syrien und dem Iraq, durch Nahrungsmittel, Medikamente und Unterkunft geholfen, auch durch eine christliche Zelt-Siedlung im kurdischen Irak. Der Barnabas Fund hat bereits in der Vergangenheit Erfahrungen durch legale Umsiedlungshilfe gesammelt, einschließlich der Umsiedlung von 8000 Christen aus dem Nord Sudan in die alte Heimat im Süden des Sudans.

Tausende von Christen in Syrien und dem Irak haben durch die Konflikte und die Machtübernahme des Islamischen Staates (IS) ihre angestammte Heimat verlassen müssen. Die Lage scheint sich nicht zu beruhigen, sondern der Konflikt weitet sich aus. Als Christen und Kirchen sind wir daher verpflichtet, nicht tatenlos zuzusehen, sondern uns nach Galater 6,10 auch besonders für unsere leidenden Geschwister, auch bei unseren Regierungen, einzusetzen. Leider stoßen auch manche Gespräch auf Ablehnung, dass hier gezielt Christen geholfen wird. So hat z. B. das für Flüchtlingsfragen zuständige Büro der amerikanischen Regierung (Office for Population, Refugees and Migration des US State Department) offen gesagt: „Wir sehen keine Möglichkeiten, Christen auf Grund ihrer religiösen Zugehörigkeit zu helfen.“ Dabei sind gerade Christen als religiöse Minderheiten durch die Islamisten besonders gefährdet. Ganz zu schweigen im Blick auf Christen der ersten Generation, deren Leben unter dem Islam ernstlich bedroht ist. Während in der Vergangenheit manche Bischöfe und leitende Persönlichkeiten öffentlich gebeten haben, die Migration von Christen in den Westen nicht zu fördern, scheint sich das Blatt gewendet zu haben, denn angesichts der zunehmenden katastrophale Notlage christlicher Minderheiten und der zunehmenden Gefahren, selbst an sicher geglaubten Fluchtorten sind es oft gerade dieselben Bischöfe, die um Hilfe für eigene Gemeindeglieder und Familienangehörige bitten, in Würde in ein sicheres Drittland ausreisen zu können. Operation Safe Haven trägt dem Rechnung und setzt sich daher in Absprache mit den Kirchen für alle gefährdete Christen ein, auch für diejenigen, welche keine eigenen Mittel hierfür haben.

 

Quelle: Barnabasfund, Übersetzung für AKREF. AH. 01.07.2015