06.07.2015

Nigeria: Fünf Gottesdienstbesucher getötet

Bei einer neuen Anschlagsserie sterben mindestens 200 Menschen

Nigeria: Fünf Gottesdienstbesucher getötet

Bei einer neuen Anschlagsserie sterben mindestens 200 Menschen

Potiskum (idea) – Bei einem Selbstmordanschlag in einer Kirche im Nordosten Nigerias hat ein mutmaßlicher islamischer Extremist fünf Menschen mit in den Tod gerissen. Das Attentat ereignete sich am 5. Juli in einer Pfingstkirche in Potiskum (Bundesstaat Yobe), als dort Christen einen Gottesdienst feierten. Unter den Toten seien der Pastor und zwei Kinder, sagte ein Mitglied des Kirchenvorstandes, Ezekiel Yunana. Der Täter habe sich als Gottesdienstbesucher ausgegeben, sei so an den Sicherheitskräften vorbei in die Kirche gelangt und habe einen Sprengsatz gezündet. Die Behörden gehen davon aus, dass die Terrororganisation „Boko Haram“ (Westliche Bildung ist Sünde) hinter der Tat steckt. Sie hatte in der Vergangenheit wiederholt Anschläge in Potiskum verübt. Bei weiteren Selbstmordattentaten auf Dörfer und Moscheen im Bundesstaat Borno innerhalb von zehn Tagen starben mindestens 200 Menschen, berichtete die Zeitung „Vanguard“ am 5. Juli. Die Region gilt als Hochburg von Boko Haram, die im Norden des Landes einen islamischen Staat errichten will. Am 3. Juli sprengten sich in Zabarmari nahe der Stadt Maiduguri mehrere Islamistinnen inmitten einer Menschenmenge in die Luft. Dabei kamen mindestens 55 Menschen ums Leben. Die Streitkräfte stellten in Zabarmari ein mit Bomben beladenes Fahrzeug sicher, die offenbar bei weiteren Anschlägen eingesetzt werden sollten, so ein Militärsprecher. Im Dorf Kukawa am Ufer des Tschad-Sees erschossen islamistische Kämpfer 97 Personen, darunter Frauen und Kinder. Die Anschläge sind offenbar eine Reaktion auf den verstärkten Kampf des neuen Präsidenten Muhammadu Buhari gegen die Terrororganisation. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International schätzt, dass durch den Boko-Haram-Terror seit 2009 mindestens 17.000 Menschen getötet wurden, 5.500 allein seit Jahresbeginn. Von den 173 Millionen Einwohnern des westafrikanischen Landes sind etwa 50 Prozent Muslime und 48 Prozent Kirchenmitglieder. Die übrigen sind Anhänger von Naturreligionen. Die Christen leben meist im Süden und die Muslime im Norden.