08.07.2015
Iran: Farshid Fathi soll vorzeitig frei kommen
Im Oktober 2012 war Farshid Fathi der „Gefangene des Monats“
Iran: Farshid Fathi soll vorzeitig frei kommen
Im Oktober 2012 war Farshid Fathi der „Gefangene des Monats“
Teheran/Frankfurt am Main (idea) – Ein im Iran wegen seines Glaubens inhaftierter Christ kann offenbar mit seiner vorzeitigen Entlassung rechnen. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM/Frankfurt am Main) berichtet, soll Farshid Fathi im Dezember freigelassen werden. Er wurde im April 2012 zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren wegen „Aktionen gegen die Staatssicherheit, Kontaktaufnahme zu ausländischen Organisationen und religiöser Propaganda“ verurteilt. Im Oktober 2012 benannten die IGFM und die Evangelische Nachrichtenagentur idea Fathi als „Gefangenen des Monats“. Sie riefen dazu auf, sich für ihn einzusetzen und für ihn zu beten.
Seit 2010 eingesperrt
Der 32-jährige ehemalige Muslim war Leiter einer evangelischen Untergrundgemeinde. Er wurde im Dezember 2010 in Teheran verhaftet. Fathi ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Im März 2011 hatten die Behörden der Familie angeboten, ihn gegen eine Kaution von umgerechnet rund 155.000 Euro freizulassen. Trotz Zahlung des unter großen Mühen aufgebrachten Betrages und der Zusage der Gefängnisleitung, Fathi aus der Haft zu entlassen, kam es nicht dazu. Die Kaution wurde nicht zurückerstattet. Zur Begründung hieß es, dass im Islam jegliches Eigentum von Nichtmuslimen als „Raub an der Ummah“ (religiöse Gemeinschaft der Muslime) gelte, damit „unrechtmäßig“ sei und „re-islamisiert“ werden müsse. Im August 2014 hatte die iranische Justiz seiner Haftstrafe ein weiteres Jahr hinzugefügt, nachdem bei einer Durchsuchung seiner Zelle im Evin-Gefängnis am Stadtrand von Teheran angeblich Alkohol gefunden worden sei. Deshalb hätte er erst im Dezember 2017 freikommen sollen.