03.06.2015

Ukraine-Konflikt: "Das ist nicht unser Krieg"

Präsident des russischen Baptistenbundes: Unerträglicher Schmerz in Gemeinden

Ukraine-Konflikt: "Das ist nicht unser Krieg"

Präsident des russischen Baptistenbundes: Unerträglicher Schmerz in Gemeinden

Moskau (idea) – Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland in der Ostukraine ist nach Ansicht des führenden russischen Baptisten „nicht unser Krieg“. Zwischen den christlichen Gemeinschaften in beiden Ländern herrsche kein Krieg, sagte der Präsident der Russischen Union der Evangeliumschristen-Baptisten, Aleksei Smirnow (Moskau), dem Informationsdienst „Protestant“ (Moskau). Unterschiedliche politische Auffassungen könnten die geistliche Gemeinschaft unter Glaubensgeschwistern nicht zerstören. Gleichwohl bereite der Konflikt zwischen russischen Separatisten und der ukrainischen Regierung „unerträglichen Schmerz“ in baptistischen Kreisen. Familien, Gemeinden und die Bruderschaft insgesamt seien gespalten und zerschnitten. Manche Menschen führten hitzige Debatten und seien bereit, einen „heiligen Krieg“ gegen Andersdenkende zu führen.

Gott will keine Revolution

Smirnow kritisierte Volksaufstände wie die Demokratiebewegung auf dem Kiewer Maidan. Geistlich gesehen stifte der Teufel zu Krieg und Revolution an, zitiert der Adventistische Pressedienst Smirnow. Die sündhafte Natur des Menschen lehne sich auf und gebe sich nie zufrieden. Demokratie gebe es nie in reinster Form, sondern nur unvollkommen. Die Auseinandersetzung in der Ostukraine sei zudem äußerst kompliziert. Es sei besser, eine Viertelstunde für Frieden zu beten, als eine Stunde lang darüber zu diskutieren.

Friedliche Lösung ist möglich

Smirnow hatte sich bereits vor einem Jahr in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Präsidenten der All-Ukrainischen Union von Gemeinschaften der Evangelischen Christen-Baptisten, Wjatscheslaw Nesteruk (Kiew), überzeugt gezeigt, dass der Konflikt friedlich gelöst werden könne. Sie trafen sich am 8. April 2014 erstmals seit dem Sturz des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und dem Anschluss der ukrainischen Halbinsel Krim an Russland in Kiew. Beide Kirchenleiter verurteilten „alle gewaltsamen und brutalen Aktionen gegen Menschen sowie das Lösen von politischen Streitigkeiten mit militärischen Mitteln“. Ferner erklären sie, dass ihre Gemeinden „ohne Unterlass für Frieden zwischen unseren Völkern beten“. Zum ukrainischen Baptistenbund gehören über 2.300 Gemeinden mit 125.000 Mitgliedern, zum russischen 1.800 Gemeinden mit 76.000 Angehörigen.