05.06.2015
Syrien: Christen auf der Flucht
Hasim* (42) hat eine 37-jährige Frau und zwei kleine Töchter (vier- und fünf-jährig). Wegen dem Krieg und den Übergriffen der islamistischen Rebellen konnten sie sechs Wochen lang ihr Haus nicht verlassen. Die HMK hat die Familie besucht und mit ihr gesprochen. HMK: Von wem genau fühlten Sie sich bedroht? Hasim: Als Christen wurden wir von den sunnitisch-islamistischen Rebellen oftmals persönlich bedroht, selbst wenn wir nur Lebensmittel kaufen wollten. Was ist im Detail passiert? Mehrere Male wurde ich auf der Strasse von den extremistischen Rebellen aufgegriffen, bedroht und musste Geld bezahlen. Alle Christen sind deshalb aus diesem Gebiet geflohen. Warum wurden Sie bedroht? Die Extremisten haben unser ganzes Heimatgebiet eingenommen. Können Sie uns Ihre Gefährdungssituation beschreiben? Die Situation in meiner Heimatregion hat sich nicht geändert. Es ist immer noch sehr gefährlich für uns Christen, dort zu leben. Mein Nachbar wurde vor seinem Haus erschossen, nur weil er Brot holen wollte. Wie sieht Ihre derzeitige Situation aus? Wir haben wenig zu essen und kaum Kleider anzuziehen. Wir wohnen sehr einfach und haben manchmal nicht genug zu essen. Die Kinder können nicht zur Schule, die erhaltene Unterstützung reicht nicht zum Leben. Wir können nicht zurück, da unsere Heimatregion in den Händen des IS ist. Wie wohnen Sie? Wir wohnen als Familie in einem kleinen Zimmer einer christlichen Gemeinde. Das Zimmer ist feucht und wenn es regnet sind die Wände nass. Wovon leben Sie? Der Bruder meiner Frau hilft uns. Er hat etwas Arbeit gefunden und bekommt ein wenig Hilfe von der Kirche.
Quelle: HMK Schweiz