08.06.2015
Deutschland: Jugendliche begeistern sich für den Salafismus
Hessischer Verfassungsschutz warnt vor Radikalisierung Jugendlicher
Deutschland: Jugendliche begeistern sich für den Salafismus
Hessischer Verfassungsschutz warnt vor Radikalisierung Jugendlicher
Wiesbaden/Hofgeismar (idea) – Immer mehr Jugendliche werden zu radikal-islamischen Salafisten. Das beklagt der Präsident des Hessischen Landesamts für Verfassungsschutz, Robert Schäfer (Wiesbaden). „Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es junge Menschen gibt, die in den Krieg ziehen wollen“, sagte er auf dem Hessentag in Hofgeismar bei Kassel. Doch genau das passiere, sagte er im Hinblick auf Jugendliche, die für die Terrororganisation „Islamischer Staat“ im Nahen Osten kämpfen wollen. „Jetzt geht es um unsere Kinder“, so Schäfer laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Mehr Prävention
Der Dezernatsleiter Islamismus des hessischen Verfassungsschutzes, Robert Johne (Wiesbaden), mahnte mehr Vorbeugung an Schulen an, um zu verhindern, dass Jugendliche durch Salafisten angeworben werden. Danach gehe die Wandlung nämlich meist schnell: „Den einen Tag feiern sie noch in der Disco, am nächsten Tag geben sie anderen Jugendlichen nicht mehr die Hand, weil die die falsche Religion haben.“ Der Salafismus fungiere als „Einstiegsdroge“ in den Islamismus. Ein Drittel derer, die aus Deutschland in den Nahen Osten ausgereist seien, hätten vorher bei der Koranverteilaktion „Lies“ mitgearbeitet.
Salafismus hat große Anziehungskraft
Nach Meinung Johnes übt der Salafismus auch deswegen eine so große Anziehungskraft auf Jugendliche aus, weil sie durch ihn zum ersten Mal Anerkennung erführen. Deshalb arbeite das Dezernat für Islamismus mit Pädagogen zusammen, um über Salafismus aufzuklären: „Wenn das funktioniert, haben wir eine gute Chance, dass die Jugendlichen nicht den Salafisten in die Hände fallen.“ Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes sind 680 Jugendliche und junge Erwachsene aus Deutschland nach Syrien und in den Irak ausgereist, um dort im Dschihad zu kämpfen.