09.06.2015
Deutschland: Auch Juden brauchen Christus
Rabbiner: Appell an Christen: „Seien Sie diesbezüglich nicht gleichgültig!“
Deutschland: Auch Juden brauchen Christus
Rabbiner: Appell an Christen: „Seien Sie diesbezüglich nicht gleichgültig!“
Wetzlar (idea) – Auch Juden brauchen Christus. Diese Ansicht vertritt der Rabbiner der jüdisch-messianischen Gemeinde in Berlin und Leiter des Missionsdienstes „Beit Sar Shalom“, Wladimir Pikman, in einem Beitrag für die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Messianische Juden glauben wie Christen, dass Jesus Christus der Erlöser des jüdischen Volkes und Herrscher der Welt ist. Im Unterschied zu Kirchenmitgliedern verstehen sie sich als Teil des Judentums und seiner Traditionen. Wie Pikman schreibt, beschäftigen sich messianische Juden damit, „dass Juden zu Jeschua (Jesus), ihrem Messias und wahren Erlöser Israels, finden und mit ihm weiterleben“. Er freue sich, dass es Christen gebe, die sich für messianische Juden einsetzen: „Wir sind Gott für solche Menschen unendlich dankbar.“ Zugleich rief er Christen dazu auf, Juden das Bekenntnis zu Jesus Christus als dem Erlöser nicht vorzuenthalten: „Seien Sie diesbezüglich nicht gleichgültig! Beten Sie dafür, dass sie an Jeschua glauben! Machen Sie Jeschua auch für Juden mit Wort und Tat begehrenswert!“ Jesus sei das Beste für alle Menschen.
Evangelischer Kirchentag bleibt bei seiner Ablehnung messianischer Juden
Hintergrund ist, dass der Deutsche Evangelische Kirchentag, der vom 3. bis 7. Juni in Stuttgart stattfand, messianischen Juden erneut einen Stand auf dem Markt der Möglichkeiten verweigert hatte. Generalsekretärin Ellen Ueberschär (Fulda) verteidigte die Entscheidung vor Pressevertretern. Man lehne die von messianischen Juden betriebene Judenmission ab. Das Kirchentagspräsidium wirft ihnen vor, damit den christlich-jüdischen Dialog zu belasten. Auf Drängen der gastgebenden württembergischen Landeskirche hatte auf dem Kirchentag eine Sonderveranstaltung „Messianische Juden und die evangelische Kirche“ stattgefunden.