10.06.2015
China: Christentum mit chinesischer Charakteristik
Entwurf einer neuen Vorschrift für Kreuze auf Kirchen
[TNYT] Die rigorose Abnahme von Kreuzen auf Kirchen in der Provinz Zhejiangist zu einem Teil auch dadurch ausgelöst worden, weil die Kreuze in manchen Fällen recht groß und teilweise auch mit Neonröhren ausgestattet waren,die nachts dann weithin aufgefallen sind. Nun hat die Provinzregierung das Konzept einer 36-seitigen Vorschrift ausgearbeitet für zulässige Kreuze von Kirchengebäuden. Demnach sollen die Kreuze künftig nicht auf dem Gebäude, sondern nur an der Gebäudefassade angebracht werden dürfen, farblich mit dem Gebäude harmonieren und nicht größer sein als 10% der Gebäudefassade. Diese Neuregulierung wird bei nahezu allen bestehenden Kirchengebäuden zu Konsequenzen führen. Sie wird als Teil der offiziellen Kampagne „Christentum mit chinesischer Charakteristik“ angesehen.Der Entwurf dieser Vorschriften hat jedoch bereits vehemente Proteste der offiziellen Kirchen in der Provinz Zhejiang ausgelöst. So hat u. a. die größte Kirche in Hangzhou, die Chongyi-Gemeinde, eine Kirche mit über 5.000 Sitzplätzen,ein Online-Statement gegen diese Aktion in Umlauf gebracht. Es wurde auch argumentiert, China sei geprägt von der rasanten Entwicklung der Architektur zu immer höheren und noch höheren Gebäuden, dazu passe es doch nicht, von den Kirchen nun zu verlangen, immer kleinere und noch kleinere Gebäude und Kreuze zu errichten.
Präsident XI verlangt erneut Unabhängigkeit vom Ausland
[XH] Präsident XI Jinping hat bei einer Versammlung hoher Parteigremien am 20. Mai erneut betont, die Entwicklung der Religionsgemeinschaften in China müsse frei von ausländischem Einfluss bleiben. Es sollen darüber hinaus Anstrengungen unternommen werden, die Religionen in die sozialistische Gesellschaft zu integrieren. Andererseits versprach er, die Religionsfreiheit entsprechend den chinesischen Gesetzen sicherzustellen. Eine ausgewogene Haltung gegenüber den Religionen in Anbetracht aller positiven und negativen Aspekte sei wichtig. Das Land anerkenne den wichtigen Beitrag religiöser Bürger und ermutige sie ausdrücklich auch weiterhin an der wirtschaftlichen,sozialen und kulturellen Entwicklung sowie an der Einheit ethnischer Gruppen und deren Identifikation mit ihrem Heimatland mitzuarbeiten.
Kampagne zur Vermeidung der Geschlechterauswahl
[XH] Die chinesischen Gesundheitsbehörden haben eine Kampagne gestartet, um zu verhindern, dass in Verbindung mit vorgeburtlichen Ultraschalluntersuchungen eine geschlechterabhängige Selektion von Embryos vorgenommen werden kann. Auf der Basis solcher Pränatal-Untersuchungen ist bisher ein erheblicher Anteil weiblicher Embryos abgetrieben worden, weil viele Eltern wegen der bisherigen Ein-Kind-Politik die Geburt von männlichen Babys bevorzugt haben. Deshalb sollen nun solche Untersuchungen versuchsweise von April bis November untersagt sein.
Quelle: China Informationen 2015-06