17.06.2015

Brasilien: Politiker will „Christophobie“ unter Strafe stellen

Bei Homo-Paraden wird der christliche Glaube in den Dreck gezogen

Brasilien: Politiker will „Christophobie“ unter Strafe stellen

Bei Homo-Paraden wird der christliche Glaube in den Dreck gezogen

Brasilia (idea) – In Brasilien soll „Christophobie“ künftig unter Strafe gestellt werden. Das will der Abgeordnete Rogerio Rosso mit einem Gesetzentwurf erreichen, der die Schmähung und Verhöhnung des christlichen Glaubens und seiner Symbole zu einem Straftatbestand machen soll. Rosso reagiert damit auf zahlreiche antichristliche Aktionen bei Homosexuellen-Paraden. So hat sich der Transsexuelle Viviany Beleboni bei einem Umzug in Sao Paulo symbolisch „kreuzigen“ lassen. Andere Fotos mit Szenen, die den christlichen Glauben herabwürdigen, kursieren im Internet. So zeigt ein Bild, wie sich zwei nackte Lesben auf einem Kreuz küssen; auf einem anderen Foto sitzt ein nacktes Paar auf einem Stapel mit Kruzifixen. Ein weiteres Video zeigt den unzüchtigen Tanz eines Transsexuellen vor einer Kirche.

Angriff auf die Religionsfreiheit

Rossos Gesetzentwurf sieht vor, dass solche Aktionen mit Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet werden können. Obszöne und glaubensfeindliche Handlungen mehrten sich seit Jahren bei Demonstrationen der Homosexuellenbewegung. Sie zeigten Vorurteile gegen Katholiken und Evangelikale, die praktizierte Homosexualität aus Glaubensgründen ablehnen. Nach Ansicht von Senator Magno Malta säen solche Aktionen auf staatlich geförderten Homo-Paraden „Intoleranz und Respektlosigkeit“; sie seien ein Angriff auf die Religionsfreiheit. Das brasilianische Parlament beschäftigt sich gleichzeitig mit Gesetzesvorhaben, die „Homophobie“ unter Strafe stellen sollen.

Evangelikale Bewegung wächst

Im traditionell katholischen Brasilien gewinnt die evangelikale Bewegung immer mehr Anhänger und wird damit auch zu einer politischen Kraft. Wie aus einer 2013 veröffentlichten Langzeitstudie des US-amerikanischen Forschungsinstituts Pew Forum (Washington) hervorgeht, sind zwar immer noch rund 123 Millionen der 200 Millionen Brasilianer katholisch, doch ihr Bevölkerungsanteil ist seit 1970 von 92 Prozent auf 62 Prozent gesunken. Im selben Zeitraum stieg der Anteil der Protestanten von fünf auf 22 Prozent, der Nichtreligiösen von ein auf acht Prozent und der Anhänger andere Religionen von zwei auf fünf Prozent. Der Rest sind Anhänger anderer Religionen, etwa spiritistischer und afro-brasilianischer Bewegungen.