23.06.2015

Algerien: Unter Lebensgefahr das Evangelium verbreitet

US-amerikanisches Ehepaar erhält Friedenspreis des methodistischen Weltrats

Algerien: Unter Lebensgefahr das Evangelium verbreitet

US-amerikanisches Ehepaar erhält Friedenspreis des methodistischen Weltrats

Aarau (idea) - Für die über 40-jährige Verbreitung des Evangeliums in Algerien wurde das US-amerikanische Ehepaar Hugh und Shirliann Johnson (Le Poët Laval/Südfrankreich) am 19. Juni in Aarau (Schweiz) mit dem Friedenspreis des Weltrats Methodistischer Kirchen (WMC) ausgezeichnet. Das Ehepaar erhielt den Preis bei der Jährlichen Konferenz Schweiz-Frankreich Nordafrika der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Für ihren Einsatz in Algerien von 1963 bis 2005 lernten die Geehrten unter anderem Arabisch und die Berbersprache Kabylisch. Dabei setze sich das Ehepaar teilweise unter Lebensgefahr für die Weitergabe des Evangeliums ein. Regelmäßig war Hugh Johnson im algerischen Radio mit Beiträgen zu hören und galt als Gesprächspartner muslimischer Repräsentanten. Shirliann Johnson organisierte humanitäre Hilfe für die Sahrauis–Berber, die in Flüchtlingslagern und in der westalgerischen Wüste leben. Außerdem half sie jungen einheimischen Frauen, Kindergärten aufzubauen und zu leiten. Als die algerische Regierung 1972 die diakonischen Einrichtungen der Methodisten schloss, eröffnete Hugh Johnson eine englischsprachige Bibliothek, die sich zu einem inoffiziellen Zentrums christlicher Gemeinschaft entwickelte.

Angriffe militanter Muslime

Aufgrund des zunehmenden religiösen Extremismus waren die Kirchengemeinde und das Haus des Ehepaars mehrmals Ziel militanter Muslime. Um der zunehmenden Einschränkung der Arbeit entgegenzuwirken, engagierte sich Hugh Johnson für die Zusammenarbeit verschiedener Kirchen in Algerien. Er setzte sich bei den Behörden auch beharrlich für die Einfuhr von Bibeln in Arabisch und in der Berbersprache ein. Dabei wurde er auch Opfer einer Messerattacke. Obwohl er mehrfach des Landes verwiesen wurde, kehrte Johnson immer wieder zurück, um die Christen dort zu unterstützen.

Weltrat repräsentiert 80 Millionen Methodisten

Der WMC (Lake Junaluska, US-Bundesstaat Nord Carolina) repräsentiert 80 methodistische Kirchen, denen über 80 Millionen Menschen angehören. In Deutschland zählt die EmK nach eigenen Angaben rund 53.300 Kirchenglieder und Kirchenangehörige, die in rund 480 Gemeinden organisiert sind. Nach Angaben der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen im Mittleren Osten leben in Algerien bis zu 365.000 Christen – überwiegend ehemalige Muslime. Das sind etwa ein Prozent der 39 Millionen Einwohner. Die übrigen sind fast ausschließlich Muslime.