26.06.2015

Deutschland: Islamwissenschaftler ermutigt zum klaren christlichen Bekenntnis

Zustrom von Flüchtlingen bietet Christen große Chancen

Deutschland: Islamwissenschaftler ermutigt zum klaren christlichen Bekenntnis

Zustrom von Flüchtlingen bietet Christen große Chancen

Neckarzimmern (idea) – Der Zustrom von Flüchtlingen bietet Christen die Chance, ihnen die Liebe Jesu nahezubringen und so auch dem Islamismus zu wehren. Es ein Irrtum zu glauben, dass es den Dialog mit den Religionen fördere, wenn man die Christusbotschaft zurückstelle, sagte der Islamwissenschaftler Carsten Polanz vom Institut für Islamfragen der Evangelischen Allianz (Bonn). Er sprach bei Begegnungstagen des Missionswerks „ReachAcross“ (Gießen) in Neckarzimmern bei Heidelberg. Polanz: „Eine Theologie, die nur noch das Gemeinsame beschwört und sich nicht klar zu Jesus Christus als gekreuzigten und auferstandenen Sohn Gottes bekennt, wird sich irgendwann nicht mehr wesentlich vom Islam unterscheiden.“ In der Begegnung mit Muslimen liege die große Chance, die unvergleichliche Botschaft und Kraft des Evangeliums neu zu entdecken. Dazu sei allerdings „auch ein Aufbruch ins Gebet“ notwendig.

Muslimischer Marsch durch die Institutionen

Nach Polanz’ Beobachtungen landen heute viele heimat- und orientierungslose junge Muslime auf der Suche nach ihrer Identität in den Fängen der Islamisten. Eine Unterscheidung zwischen Islam, Islamismus und Dschihadismus sei sinnvoll, solange man die fließenden Übergänge beachte. Bereits Mohammed habe sich vom Prediger in Mekka zum politischen und militärischen Führer in Medina gewandelt. Islamisten leiteten aus seinem weltlichen Herrschaftsanspruch und den Rechtsbestimmungen im Koran die Einheit von Staat und Religion ab. In einer Art Marsch durch die Institutionen wollten sie das Religionsgesetz Scharia schrittweise in allen Gesellschaftsbereichen durchsetzen. Die Dschihadisten gingen noch einen Schritt weiter und leiteten aus den Schlachten Mohammeds und seiner Nachfolger ab, dass der islamische Staat stets nur mit Gewalt aufgerichtet werden könne. Polanz rief Christen dazu auf, hinter der zerstörerischen Ideologie „die Menschen in ihrer Erlösungsbedürftigkeit“ zu sehen.

Christlichen Beitrag zur Demokratie betonen

Der Leiter von „ReachAcross“, Roland Denner (Lützellinden bei Gießen), appellierte an die Christen, Muslimen nicht distanziert oder gleichgültig zu begegnen, da auch sie von Gott geliebt seien. Gleichzeitig sei es nötig, stärker als bisher den christlichen Beitrag zu Demokratie, Menschenwürde, Gewaltenteilung und Religionsfreiheit ins Bewusstsein zu rufen. Gerade Muslime, die unter Verfolgung durch Extremisten gelitten hätten, seien aufgrund der erlebten Diskrepanz zwischen den Freiheitsrechten in islamischen und christlichen Ländern aufgeschlossen für das Evangelium. Mitarbeiter von „ReachAcross“, das zur Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen gehört, sind unter anderem in medizinischen Hilfsprojekten, in Programmen für Straßenkinder und bei der Alphabetisierung unter Muslimen in Westafrika und im Nahen Osten aktiv.