30.06.2015
Deutschland: Islamisten haben verstärkt Zulauf
Verfassungsschutzbericht: Salafisten rekrutieren Kämpfer für den Jihad
Deutschland: Islamisten haben verstärkt Zulauf
Verfassungsschutzbericht: Salafisten rekrutieren Kämpfer für den Jihad
Berlin (idea) – Der Zulauf zu radikal-islamischen Kreisen in Deutschland nimmt zu. Das geht aus dem am 30. Juni in Berlin vorgestellten Verfassungsschutzbericht 2014 hervor. Demnach gibt es bundesweit 25 aktive islamistische Organisationen. Deren Anhängerzahl sei leicht auf 43.890 Personen angewachsen (2013: 43.190). Der Anstieg beruhe insbesondere auf dem Zuwachs bei salafistischen Gruppen. Sie hätten rund 7.000 Anhänger (2013: 5.500) und seien damit die am stärksten wachsende islamistische Strömung in Deutschland. Die salafistische Vereinigung „Die Wahre Religion“ (DWR) habe ihre im Herbst 2011 begonnene Kampagne „LIES!“ unvermindert fortgesetzt. Nach deren Angaben seien bis Dezember 2014 an Ständen in Fußgängerzonen 1,7 Millionen Koranexemplare verteilt worden. Laut Verfassungsschutz stellt die salafistische Szene ein wesentliches Rekrutierungsfeld für den Jihad (Heiliger Krieg) dar. Fast alle Personen aus Deutschland, die sich dem Jihad angeschlossen haben, hätten zuvor mit salafistischen Strukturen in Kontakt gestanden. Es lägen Hinweise vor auf Personen, die zunächst an Koranverteilungen teilgenommen hätten, um sich danach an Kämpfen in Syrien zu beteiligen. „Das Gefährdungspotenzial durch salafistische Gewalt bleibt unvermindert hoch – durch terroristische Gewalt ebenso wie durch Straßenmilitanz“, so der Verfassungsschutz.
Präsident Maaßen: Neue Dimension der terroristischen Bedrohung
Im Blick auf die Gefahren durch die Terrororganisation „Islamischer Staat“ erklärte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen (Köln): „Die militärischen Erfolge des sogenannten IS und die Ausrufung des ‚Kalifats‘ haben zu einer neuen Dimension terroristischer Bedrohung geführt.“ Die Zahl der aus Deutschland ausgereisten Personen, die den IS und andere terroristische Gruppen unterstützten, nehme dramatische Ausmaße an: „Lagen Anfang 2015 Erkenntnisse zu mehr als 550 Ausreisen aus Deutschland vor, sind es nunmehr etwa 700.“ Nach Einschätzung des Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, geht von zurückgekehrten IS-Unterstützern eine Terrorgefahr aus. Anschläge wie in Frankreich und Tunesien könnten jederzeit auch in Deutschland passieren und seien kaum zu verhindern, sagte Wendt zu „Bild“. Unter Syrien-Rückkehrern und anderen Zuwanderern könnten immer „zu allem entschlossene Terroristen sein, die hier Anschläge verüben wollen“. Alles, was sie dazu brauchten, könnten sie im Baumarkt oder Internet kaufen.