20.03.2015

Deutschland: Christlich-muslimischer Gottesdienst stößt auf Kritik

Köln: Besucher beteten gemeinsam Psalmen und Koransuren

Deutschland: Christlich-muslimischer Gottesdienst stößt auf Kritik

Köln: Besucher beteten gemeinsam Psalmen und Koransuren

Köln (idea) - Scharfe Kritik an einem christlich-muslimischen Gottesdienst in Köln hat der Vorsitzende des Lutherischen Konvents im Rheinland, Pfarrer Winfrid Krause (Thalfang bei Trier), geübt. Am 15. März hatten der evangelische Pfarrer Hans Mörtter und die Imamin Rabeya Müller einen interreligiösen Gottesdienst gefeiert. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete, beteten die rund 350 Besucher gemeinsam Psalmen und Koransuren. Krause schreibt in einem Offenen Brief an Stadtsuperintendent Rolf Domning: „Gegen diese der Heiligen Schrift und den Bekenntnissen unserer Kirche widersprechende Religionsvermischung, die die Einzigartigkeit Jesu Christi als Gottes Sohn und exklusive Heilsoffenbarung Gottes leugnet, protestieren wir entschieden und fordern Sie auf, solche Gottesdienste in Zukunft zu unterbinden.“ Das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen sei zu unterstützen, aber es gehe nicht an, dass ein „ordinierter evangelischer Pfarrer die seit Jahrhunderten feststehenden und bekannten Unterschiede zwischen dem dreieinigen Gott der Bibel und dem Jesus nur als Propheten anerkennenden Koran“ öffentlich verneine. Krause ruft den Superintendenten auf: „Bitte stellen Sie in der Öffentlichkeit richtig, dass Muslime und Christen sich wohl gegenseitig achten und respektieren, aber aufgrund verschiedenen Offenbarungen auf verschiedenen Wegen und Glaubensweisen zu Gott unterwegs sind und deshalb nicht gemeinsame Gottesdienste feiern können.“

Mörtter: Ein Koran auf dem Altar ist kein Problem

Mörtter und Müller hatten dem Kölner Stadt-Anzeiger im Vorfeld des Gottesdienstes ein gemeinsames Interview gegeben. Hinter der Ablehnung von gemeinsamen Gottesdiensten steht laut Mörtter Angst: „Ähnliche Diskussionen hatten wir um Trauungen von Schwulen und Lesben in den 1990er Jahren.“ Die Frage, ob Christen und Muslime denselben Gott anbeten, bejahte Mörtter und sagte: „Mir wird doch nichts genommen, wenn wir zugestehen, dass wir den gleichen Gott anbeten.“ Die Auffassung von „Gott als Dreieinigkeit“ sei aber ein Unterschied. Während Jesus für Muslime ein großer Prophet sei, sei er für Christen eine „Erscheinungsform Gottes“. Laut Imamin Müller geht diese aber nicht verloren, „nur weil wir zusammen beten“. Darauf antwortete Mörtter: „Es gibt auch bei uns Gläubige, die eher Gott, den Vater, den Schöpfer anbeten. Andere beten Christus an. Die Christen in Lateinamerika beten Maria an. Ich habe das lange nicht verstanden. Aber das ist die große Mutter Erde, die alte indianische Gottheit, die in die christliche Maria hinein transportiert wurde. Das finde ich herrlich.“ Wie er weiter sagte, kann in einem christlich-muslimischen Gottesdienst auch ein Koran auf dem Altar liegen.