24.03.2015
Deutschland: Ermordet weil sie Christin werden wollte
Doppelmord von Lüneburg aufgeklärt – Ehemann gesteht die beiden Morde
Deutschland: Ermordet weil sie Christin werden wollte
Doppelmord von Lüneburg aufgeklärt – Ehemann gesteht die beiden Morde
Lüneburg (idea) – Die Hintergründe eines Doppelmordes an zwei Frauen in Lüneburg sind aufgeklärt.
(AKREF berichtete über den Doppelmord am 15.1.15)
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Lüneburg hat der 31-jährige Jeside Ziad K. die beiden Frauen – darunter seine Ehefrau – am 4. Januar aus religiösen Gründen getötet. Der Iraker wollte so verhindern, dass seine Gattin Christin wird. Der Beschuldigte hat die Taten gestanden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Ehemann die Deutsche Katrin Waschk (33) gezielt eingeladen hatte, um sie zu töten. Er habe sie dafür verantwortlich gemacht, dass seine Ehefrau Margret (32) konvertieren und ihn verlassen wollte. Er habe Waschk in seiner Wohnung mit einem Küchenmesser erstochen. „Der Angeschuldigte dürfte gehofft haben, dass seine Frau nach der Tötung der Freundin aus Angst bei ihm bleiben würde“, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der Evangelischen Nachrichtenagentur idea auf Rückfrage mit. Doch seine Frau habe um Hilfe gerufen. Da sei ihm klar geworden, dass sie nicht zu ihm halten würde. Er habe sie ebenfalls getötet, um zu verhindern, dass sie gegen ihn aussage. Knapp drei Wochen nach der Tat wurde der Mann in Hamburg verhaftet. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Das jesidische Ehepaar soll drei Kinder haben, die zum Tatzeitpunkt acht, neun und elf Jahre alt waren. Die Staatsanwaltschaft hat gegen Ziad K. Anklage wegen zweifachen Mordes „aus niedrigen Beweggründen“ erhoben. Jesiden – ihre Zahl wird auf 800.000 geschätzt – sind im Irak, in Syrien, der Türkei und dem Iran beheimatet. Ihre Religion ist von Judentum, Christentum und Islam beeinflusst. Jesiden glauben an Seelenwanderungen und die Wiedergeburt.
Beide Opfer besuchten die Matthäus-Gemeinde
Das Mordopfer Katrin Waschk gehörte zum festen Freundeskreis der Matthäus-Gemeinde, die dem Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden angeschlossen ist. Sie arbeitete laut Pastor Friedemann Pache auch im sozial-diakonischen Projekt „Eins A“ mit und hatte eine Gemeindemitgliedschaft beantragt. Sie hinterließ ihren Mann und zwei Töchter; diese besuchten ebenfalls die Gemeinde. Ihre jesidische Freundin sei gelegentlich in den Gottesdiensten gewesen, so Pache. Den Ehemann habe er nur einmal kurz begrüßen können. Die Matthäus-Gemeinde wurde 1997 gegründet. Sie hat 120 Mitglieder und 150 Gottesdienstbesucher. Der Mülheimer Verband hat in ganz Deutschland 45 Gemeinden mit etwa 4.300 Mitgliedern. Als Präses amtiert Ekkehart Vetter (Mülheim/Ruhr), der auch dem Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz angehört.