24.03.2015
Syrien: Bewahrung Gottes
Aleppo: Rakete schlägt neben evangelischem Gemeindezentrum ein – Hilfsprogramme für Flüchtlinge
Syrien: Bewahrung Gottes
Aleppo: Rakete schlägt neben evangelischem Gemeindezentrum ein – Hilfsprogramme für Flüchtlinge
Aleppo (idea) – Eine Bewahrung Gottes hat nach eigener Einschätzung der Pastor der Armenisch-Evangelischen Emanuel-Gemeinde, Serop Megrditchian, in der nordsyrischen Großstadt Aleppo erlebt. Bei einem Raketenangriff am 23. März schlug ein Geschoss nur fünf Meter neben dem Gemeindezentrum ein, in dem sich auch die Privatwohnung des Pastors befindet. Durch die Wucht der Explosion wurden alle Fenster der Wohnung wie auch die Fenster im Gemeindebüro zerstört, doch ihm selbst sei nichts geschehen, berichtete Megrditchian dem Christlichen Hilfsbund im Orient (Bad Hamburg). Zugleich verwies er auf den 91. Psalm, in dem es unter anderem heißt: „Denn er (Gott) hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“ Insgesamt hätten fünf Raketen den überwiegend von Christen bewohnten Stadtteil getroffen. Dabei seien 23 Menschen ums Leben gekommen und über 30 verletzt worden. Wer die Raketen abgefeuert habe, sei nicht bekannt. Megrditchian sprach von „Fanatikern“. Der seit vier Jahren in Syrien tobende Bürgerkrieg hat die einst 2,3 Millionen Einwohner zählende Stadt Aleppo gespalten. Eine Hälfte wird von der oppositionellen Freien Syrischen Armee kontrolliert sowie zum Teil auch von radikal-islamischen Milizen. Die andere Hälfte, in der auch die christliche Minderheit lebt, wird von der regulären syrischen Armee gehalten.
Gottesdienstbesuch hat im Bürgerkrieg zugenommen
Wie der Geschäftsführer des Hilfsbundes, Andreas Baumann (Bad Homburg), der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, gibt es drei Armenisch-Evangelische Gemeinden in Aleppo, mit denen man zusammenarbeite. Alle hätten Hilfsprogramme für Menschen in Not aufgelegt: „Sie versorgen ihre Mitbürger mit Lebensmitteln und vermitteln bei Bedarf auch Wohnraum.“ Die Gemeinden befänden sich in einer angespannten Lage. Junge Leute versuchten, in den benachbarten Libanon oder auch zu Freunden oder Bekannten im Westen zu fliehen. Ältere blieben vor Ort. Infolge des Bürgerkrieges habe der Gottesdienstbesuch zugenommen, so Baumann. Megrditchians Gemeinde zähle sonntags bis zu 260 Besucher. „Und das, obwohl die Gemeinde etwas außerhalb liegt und die meisten Besucher über eine halbe Stunde gehen müssen“, so Baumann. Zur Union der Armenisch-Evangelischen Gemeinden im Nahen Osten gehören 23 Gemeinden, darunter zehn in Syrien. Der Christliche Hilfsbund im Orient wurde 1896 gegründet, um vor allem verfolgten Armeniern beizustehen. Er arbeitet heute im Libanon und Syrien mit einheimischen Gemeinden zusammen. Außerdem hilft er christlichen Flüchtlingen im Irak und unterstützt in der armenischen Hauptstadt Eriwan zwei Einrichtungen, die sich um Kinder in schwierigen Familienverhältnissen kümmern.