25.03.2015
Deutschland: Pietisten und Kirche bilden eine Wohngemeinschaft
In Hannover beziehen Gemeinschaft und Kirchengemeinde ein gemeinsames Haus
Deutschland: Pietisten und Kirche bilden eine Wohngemeinschaft
In Hannover beziehen Gemeinschaft und Kirchengemeinde ein gemeinsames Haus
Hannover (idea) – In Hannover wird eine ungewöhnliche „Wohngemeinschaft“ einer Kirchengemeinde mit einer pietistischen Gemeinschaft Wirklichkeit. Am 26. April weihen die Kirchengemeinde Vahrenwald und die Landeskirchliche Gemeinschaft einen Neubau ein, den sie künftig gemeinsam nutzen. Die Idee, einen „Evangelischen Treffpunkt“ zu schaffen, entstand vor etwa sieben Jahren, wie der Vorsitzende der Gemeinschaft, Peter Oetjen (Hannover), der Evangelischen Nachrichtenagentur idea auf Anfrage mitteilte. Die inzwischen abgerissene Kirche – ein Bau aus dem Jahr 1950 – war für die Gemeinde, deren Mitgliederzahl sinkt, zu groß geworden und benötigte zu viel Energie. Gleichzeitig dachte die Gemeinschaft ebenfalls über Veränderungen ihres seit rund 80 Jahren bestehenden Domizils nach. Aus diesen Überlegungen sei das Projekt entstanden, so Oetjen. Mit der Kirchengemeinde und ihrem Pastor Eckhard Gruber verbinde die Gemeinschaft eine große geistliche und theologische Nähe.
Zwei Gottesdienste am Sonntag
Im „Evangelischen Treffpunkt“ werden alle Räume bis auf die Büros gemeinsam genutzt. Am Sonntag feiert die Kirchengemeinde vormittags ihren Gottesdienst und die Gemeinschaft nachmittags. Der Bau kostet rund 2,4 Millionen Euro. Davon tragen die hannoversche Landeskirche und der Stadtkirchenverband ein Drittel, ein weiteres Drittel steuert die Kirchengemeinde durch den Verkauf von zwei Grundstücken bei, und den Rest übernimmt die Landeskirchliche Gemeinschaft, die ihr früheres Haus verkauft hat. Zu der 113 Jahre alten Gemeinschaft zählen etwa 130 Mitglieder; sie feiern ihre Gottesdienste nachmittags und bietet zahlreiche weitere Veranstaltungen an.
Arabisch-deutsche Evangelische Gemeinde
So gehört eine Arabisch-deutsche Evangelische Gemeinde mit dem aus Ägypten stammenden Prediger Michel Youssif zu der Gemeinschaft. Zu ihren Gottesdiensten kommen 50 bis 80 Personen aus verschiedenen Ländern des arabischen Raums. Ein weiterer Prediger, Felix Gerlach, hat seinen Schwerpunkt in der Kinder- und Jugendarbeit, die vom Jugendverband „Entschieden für Christus“ (EC) wahrgenommen wird. Der Evangelische Treffpunkt wird am 26. April morgens mit einem Gottesdienst der Kirchengemeinde mit Landessuperintendentin Ingrid Spiekermann eröffnet; nachmittags feiert die Landeskirchliche Gemeinschaft die Einweihung mit dem Generalsekretär des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften), Frank Spatz (Kassel). Die Gemeinschaft gehört zum Hannoverschen Verband Landeskirchlicher Gemeinschaften.