25.03.2015
Nigeria: Boko Haram verschleppt 500 Frauen und Kinder
Nordnigeria: Laut Augenzeugen wurden 50 Geiseln getötet
Nigeria: Boko Haram verschleppt 500 Frauen und Kinder
Nordnigeria: Laut Augenzeugen wurden 50 Geiseln getötet
Damasak (idea) – In Nordnigeria hat die Terrororganisation Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) erneut Hunderte Frauen und Kinder entführt sowie Dutzende getötet. Augenzeugenberichten zufolge verschleppten die Kämpfer am 24. März rund 500 Personen aus dem Ort Damasak (Bundesstaat Borno). Anschließend hätten sie etwa 50 Geiseln ermordet. Erst wenige Tage zuvor hatten Soldaten aus dem Tschad ein Massengrab in Damasak entdeckt. Die Truppen fanden die sterblichen Überreste von rund 100 Personen, die geköpft oder erschossen worden waren. Vor knapp einem Jahr, am 14. April 2014, hatte Boko Haram in Chibok (Bundesstaat Borno) 276 Mädchen verschleppt; die meisten kommen aus christlichen Familien. 57 konnten entkommen; von den übrigen fehlt jede Spur. Sie sollen laut Boko Haram als Sex-Sklavinnen verkauft worden sein. Die Terrororganisation hat seit 2009 bei Angriffen auf Kirchen, Schulen, Polizeistationen und Kasernen mindestens 13.000 Menschen getötet. Vor kurzem hat sich Boko Haram mit der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) verbündet. Beide setzen in ihren „Kalifaten“ in Westafrika und dem Nahen Osten das Religionsgesetz Scharia mit brutaler Härte durch. Sie vertreiben, vergewaltigen und töten vor allem Christen und gemäßigte Muslime.
Verschobene Präsidentschaftswahl
In Nigeria findet am 28. März die wegen zahlreicher Terroranschläge verschobene Präsidentschaftswahl statt. Beobachter befürchten, dass Boko Haram das Land destabilisieren und Wähler einschüchtern will. Um das höchste Staatsamt bewerben sich der amtierende Präsident, der Christ Goodluck Jonathan, und der frühere General Muhammadu Buhari, ein Muslim. Von den 173 Millionen Einwohnern Nigerias sind etwa 50 Prozent Muslime und 48 Prozent Kirchenmitglieder. Die übrigen sind Anhänger von Naturreligionen. Die Christen leben meist im Süden und die Muslime im Norden des westafrikanischen Landes.