27.03.2015
Indien: Christen leiden unter wachsender Gewalt
Geschenke der Hoffnung startet neuen Arbeitsbereich
Berlin, 27.03.2015 – Christen in Indien leiden zunehmend unter Angriffen von religiösen Extremisten. In den vergangenen neun Monaten habe es rund 140 Angriffe auf christliche Einrichtungen gegeben. Darauf macht das christliche Hilfswerk Geschenke der Hoffnung aufmerksam. Seit 2014 ist der Verein Partner der „Good Shepherd“-Gemeindebewegung, die sich in Indien für die häufig ausgegrenzte Gruppe der Dalits einsetzt. Die sogenannten „Unberührbaren“ leben außerhalb des hinduistischen Kastensystems und machen etwa 25 % der 1,2 Milliarden Inder aus. Viele von ihnen werden diskriminiert, ausgebeutet und versklavt. „Mit unserem neuen Projekt ,Indien: Freiheit‘ eröffnen wir Dalit-Kindern den Zugang zu Bildung, geben ihnen Wertschätzung und ermöglichen ein Leben in Würde. Zudem wollen wir als Teil des weltweiten Dalit Freedom Networks für die Not dieser Menschen sensibilisieren“, erklärte der Geschäftsführer von Geschenke der Hoffnung, Bernd Gülker. Der Leiter der „Good Shepherd“-Bewegung, Bischof Joseph D'Souza, sagte: „Die gegenwärtige Situation ist herausfordernd für unsere Arbeit, da sowohl Dalits als auch Christen von den Extremisten attackiert werden.“ Mit ihren Angriffen beschädigten sie das Bild Indiens. Die christliche Gemeinschaft sei dankbar, dass die Taten vonseiten der indischen Regierung verurteilt würden. Zur „Good Shepherd“-Bewegung gehören im ganzen Land unter anderem über 100 Schulen. Etwa 2,3 % der Inder sind Christen. Die meisten von ihnen sind zugleich auch Dalits.
Situation mit Apartheids-System vergleichbar
Im Rahmen des neuen Projekts unterstützt Geschenke der Hoffnung zunächst eine der über 100 „Good Shepherd Schools“. Mit Besuchen in Gemeinden und Schulen in Deutschland wolle man auf die Situation der Dalits aufmerksam machen. Projekt- und Klassenpatenschaften sollen helfen, die Beziehungen zu vertiefen und Sensibilität zu fördern. Die „Good Shepherd“-Schulen arbeiten auf Basis eines biblischen Menschenbildes. Ihr Anliegen ist es zu vermitteln, dass jeder Mensch von Gott wertgeschätzt und geliebt ist. An vielen Standorten gibt es zudem Gesundheitsvorsorge für die Schüler und ihre Familien sowie die Möglichkeit, sich einer christlichen Gemeinschaft anzuschließen. Bischof D’Souza steht auch dem All India Christian Council (AICC) vor. Dabei handelt es sich um einen überkonfessionellen Zusammenschluss von über 2.000 christlichen Organisationen. In die neue Partnerschaft mit Geschenke der Hoffnung setzt er große Hoffnungen: „Wir wünschen uns, dass auch in Deutschland vermehrt ein Bewusstsein für die Situation der Dalits aufkommt.“ Er verwies auf Aussagen des indischen Premierministers Manmohan Singh, wonach die Ungerechtigkeit der „Unberührbarkeit“ nur mit dem früheren Apartheids-System in Südafrika verglichen werden könne. Von den weltweit schätzungsweise 36 Millionen Sklaven sind über elf Millionen Dalits. Damit sind die „Unberührbaren“ die größte von moderner Sklaverei betroffene Gruppe weltweit. „Wir setzen uns dafür ein, dass diese Menschen die Rechte bekommen, die ihnen eigentlich in der indischen Verfassung zugestanden werden“, so Bischof D'Souza. Trotz der angespannten Situation würden die Mitarbeiter von „Good Shepherd“ auch weiterhin das Anliegen verfolgen, Gottes Liebe in Wort und Tat deutlich zu machen.
Neue Mitmachaktion
Gülker betonte, dass der neue Arbeitsbereich sich optimal in die Gesamtausrichtung von Geschenke der Hoffnung integriere. „Sowohl bei unserer Geschenkaktion ,Weihnachten im Schuhkarton‘ als auch unseren verschiedenen Projekten stehen meist Kinder im Mittelpunkt. Die Weitergabe von Gottes Liebe in Wort und Tat ist dabei ein wichtiger Bestandteil.“ Gleichzeitig handle es sich bei dem neuen Projekt auch um eine Mitmachaktion: „Ähnlich wie beim Schuhkartonpacken oder unserem Wasserfilterprojekt ,Dreh den Hahn auf‘ geht es uns vor allem darum, sich auch inhaltlich mit denjenigen auseinanderzusetzen, die von unserer Arbeit profitieren: den Jungen und Mädchen, die unter Entbehrungen leiden und denen häufig eine Zukunftsperspektive fehlt.“ Weitere Informationen zu dem neuen Arbeitsbereich gibt es unter www.dalitfreedomnetwork.de
Quelle: Geschenke der Hoffnung