28.03.2015

China: Christen brauchen Bibeln und Pastoren

Die „Weltbibelhilfe“ sammelt Spenden für eine schnell wachsende Kirche

China: Christen brauchen Bibeln und Pastoren

Die „Weltbibelhilfe“ sammelt Spenden für eine schnell wachsende Kirche

Stuttgart (idea) – In der Volksrepublik China können sich viele Christen keine Bibel leisten. Sie sind auf Geschenke aus dem Ausland angewiesen. Darauf weist die Aktion „Weltbibelhilfe“ der Deutschen Bibelgesellschaft in Stuttgart hin. Sie sammelt zu Ostern Spenden, um der wachsenden Zahl von Christen in China den Wunsch nach einer eigenen Bibel erfüllen zu können. Darüber hinaus soll ein Bibelseminar theologische Literatur erhalten. Nach Angaben des Direktors der China-Abteilung im Weltverband der Bibelgesellschaften, Kua Wee Seng (London), gehört die protestantische Kirche Chinas zu den am schnellsten wachsenden Religionsgemeinschaften der Welt. Der christliche Glaube dürfe innerhalb der Kirche und privat offen bezeugt werden. „Wir hoffen und beten, dass das in Zukunft so bleibt“, so Seng. Der Schirmherr der „Weltbibelhilfe“, der badische Altlandesbischof Ulrich Fischer (Karlsruhe), erläutert im Spendenaufruf, dass viele Menschen in den ländlichen Provinzen Chinas von der Hand in den Mund lebten und sich keine Bibel leisten könnten. Sie seien auf die Solidarität anderer Christen angewiesen. Außerdem gebe es einen Mangel an theologisch ausgebildeten Pastoren. Für das regionale Bibelseminar in Changsha seien Ausgaben des Alten und Neuen Testaments in den Ursprachen und Bibellexika bestimmt.

Mehr Christen als Parteimitglieder

Unter der kommunistischen Herrschaft wurde das Christentum in China vor allem von 1949 bis Ende der siebziger Jahre – besonders während der Kulturrevolution – brutal unterdrückt. Danach lebte es trotz staatlicher Einschränkungen wieder auf. Der staatlich anerkannten protestantischen Kirche zufolge haben sich im vorigen Jahr rund eine halbe Million Menschen taufen lassen. Die Gesamtzahl der chinesischen Christen ist schwer zu ermitteln. Die Akademie der Sozialwissenschaften spricht von 29 Millionen in staatlich anerkannten Gemeinden – 23 Millionen Protestanten und sechs Millionen Katholiken. Nicht berücksichtigt sind die romtreuen Katholiken und jene protestantischen Hausgemeinden, die sich nicht der Kontrolle des Staates unterwerfen wollen. Schätzungen der Gesamtzahl belaufen sich auf bis zu rund 130 Millionen; auf jeden Fallübertreffen sie die der 83 Millionen kommunistischen Parteimitglieder. Die Volksrepublik hat rund 1,3 Milliarden Einwohner.