01.05.2015
Südafrika: Kirchen verurteilen fremdenfeindliche Gewalt
Seit Anfang April wurden mindestens sieben Menschen getötet
Südafrika: Kirchen verurteilen fremdenfeindliche Gewalt
Seit Anfang April wurden mindestens sieben Menschen getötet
Johannesburg (idea) – Kirchenvertreter haben die fremdenfeindlichen Übergriffe in Südafrika scharf verurteilt. Seit Anfang April sind dort verstärkt Ausländer das Ziel von Angriffen. Einheimische werfen ihnen vor, dass sie ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen würden. Die südafrikanische Polizei hat rund 300 Personen festgenommen, die mit dem Ausbruch der Gewalt und den Angriffen auf Ausländer in Verbindung stehen sollen. Laut der US-Zeitschrift „Adventist Review“ (Silver Spring/US-Bundesstaat Maryland) gab es bislang sieben Tote. In Johannesburg wurde ein Mosambikaner erstochen. In Durban wurden je ein Äthiopier, Mosambikaner, Simbabwer und drei Südafrikaner getötet.
Weltkirchenrat: Wo bleibt die afrikanische Solidarität?
Der Weltkirchenrat forderte die Regierung des Landes auf, entschieden gegen die Übergriffe vorzugehen. Die Angriffe auf Ausländer seien vor dem Hintergrund des südafrikanischen Kampfes gegen Rassendiskriminierung besonders pikant, erklärte Generalsekretär Olav Fykse-Tveit (Genf). Die Länder, aus denen die Opfer der Übergriffe stammen, hätten sich zu Zeiten der Apartheid in Südafrika mit der unterdrückten schwarzen Mehrheit in dem Land solidarisiert: „Wo bleibt die Anerkennung dieser afrikanischen Solidarität?“
Siebenten-Tags-Adventisten unterstützen vor Ort 1.500 Menschen
Auch die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten übte scharfe Kritik an den jüngsten Verbrechen. „Es gibt keinen vernünftigen Grund, der die Vorurteile und diese sinnlose Gewalt rechtfertigen könnte, die eine Schande für das neue, freie und demokratische Südafrika sind“, erklärte der Kommunikationsdirektor der Adventisten im südlichen Afrika und in der Region des Indischen Ozeans, Paul Charles. Vor Ort leiste die Kirche praktische Hilfe. So versorge man gemeinsam mit dem Hilfswerk ADRA Südafrika und der adventistischen Freiwilligeninitiative „Essen auf Rädern“ 1.500 Ausländer mit Essen. Ferner unterstütze man 312 Familien mit Hygiene-Artikeln, sagte der Präsident der Kirche im südlichen Afrika, Pastor Tankiso Letseli: „Unabhängig von unserer Nationalität, Hautfarbe oder Religion, sind wir zum Ebenbild Gottes geschaffen. Wir nehmen deshalb das Anliegen der Menschenwürde sehr ernst.“