02.05.2015
Nigeria: Erneut mehr als 200 Boko Haram-Geiseln befreit
Ob unter ihnen einige der vor einem Jahr entführten Schülerinnen sind, ist unklar
Nigeria: Erneut mehr als 200 Boko Haram-Geiseln befreit
Ob unter ihnen einige der vor einem Jahr entführten Schülerinnen sind, ist unklar
Abuja (idea) – Die nigerianische Armee hat erneut 234 Frauen und Kinder aus der Gewalt der islamistischen Terrororganisation Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) befreit; ob unter ihnen auch einige der im vergangenen Jahr in Chibok entführten Schülerinnen sind, war zunächst unklar. Nach Armee-Angaben wurden die Geiseln im Sambisa-Wald im Bundesstaat Borno im Nordosten des Landes gerettet. Jetzt würden sie befragt, um ihre Identität festzustellen. Der Sambisa-Wald ist ein Versteck der Terrormiliz. Seit einigen Tagen führt die nigerianische Armee eine Offensive in der Region. Erst am 28. April hatte sie die Befreiung von 293 Mädchen und Frauen verkündet, zwei Tage darauf die Rettung von 60 Frauen und 100 Kindern. Man werde die Offensive fortsetzen, teilte ein Armeesprecher mit. Es gebe die große Hoffnung, weitere Geiseln zu retten.
Seit 2009 hat Boko Haram 14.000 Menschen getötet
Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International entführte Boko Haram seit Anfang 2014 im Norden Nigerias mindestens 2.000 Frauen und Mädchen. Für internationales Aufsehen sorgte die Verschleppung von 276 überwiegend christlichen Schülerinnen aus einem Internat in Chibok Mitte April vergangenen Jahres. 57 konnten entkommen, von den übrigen fehlt jede Spur. Sie wurden nach Berichten von Entflohenen fast täglich vergewaltigt oder als Sex-Sklavinnen an Muslime verkauft. Alle Bemühungen, die Geiseln zu befreien, sind bislang fehlgeschlagen. Die Terrormiliz Boko Haram kämpft im Nordosten Nigerias für die Errichtung eines sogenannten Gottesstaats. Schätzungen zufolge haben die Extremisten seit 2009 mehr als 14.000 Menschen getötet. Der neu gewählte Präsident Muhammadu Buhari, ein Muslim, hat angekündigt, gegen die Terrorgruppe Boko Haram vorzugehen. Von den 173 Millionen Einwohnern des westafrikanischen Landes sind etwa 50 Prozent Muslime und 48 Prozent Kirchenmitglieder. Die übrigen sind Anhänger von Naturreligionen. Die Christen leben meist im Süden und die Muslime im Norden.