10.05.2015
China: Infos aus Kirchen & Hausgemeinden
Osterfest und Qingming-Fest zeitgleich
[CS] In diesem Jahr fielen das Osterfest und das traditionelle Qingming-Festauf das selbe Datum. Quingming bedeutet soviel wie Grab-Reinigungs-Fest oder Grab-Fege-Fest. An diesem Tag treffen sich die Angehörigen eines Verstorbenenan dessen Grab, reinigen es und verbrennen essbare Utensilien,Blumen, Papier wie auch falsche Geldscheine am Grab als ein Geschenk für die Verstorbenen. Durch das Zusammenfallen beider Feste auf den gleichenTag trat in diesem Jahr der himmelweite Unterschied zwischen gläubigen Christen und den Menschen, die nicht an Gott glauben noch deutlicher zutage als in anderen Jahren: Gläubige feierten an Ostern das leere Grab ihres auferstandenen Herrn, während die, die noch nicht an Gott glauben, ihrer Toten gedachten.
Im April drei Kreuze abgenommen
[TT, CA] In krassem Widerspruch zu den Meldungen, Peking habe angeordnet,die Attacken der Behörden in der Provinz Zhejiang gegen offizielle Kirchen und Hauskirchen zu beenden, stehen die Nachrichten über Kreuzabnahmen bei drei Kirchen im Monat April. Es wird aber damit gerechnet, dass Proteste der Bevölkerung gegen diese Attacken nun stärkere Auswirkungen haben werden als bisher. Basierend auf Berichten lokaler Medien seien in 2013 und 2014 deutlich mehr Kirchen attackiert worden als dies bisher aus Berichten westlicher Medien bekannt wurde.
Objektive Beurteilung schwierig
Es ist gegenwärtig nicht gerade einfach, die tatsächliche Situation der chinesischen Christenheit insgesamt objektiv zu beurteilen. Einerseits behauptet die in Texas von dem ehemaligen chinesischen Dissidenten Bob Fu geleitete „China Aid Association“, ernsthafte religiöse Verfolgung vor allem von Christen habe 2014 um 343,75% (!) zugenommen. Auf der anderen Seite hat aber die amerikanische Organisation „Open Doors“ das Land China in ihrem jüngsten Weltverfolgungsindex vom Platz 29 auf Platz 37 abgestuft und damit eine Verbesserung der Situation in China signalisiert. Der Begriff Christenverfolgung wird gelegentlich auch recht salopp verwendet. So sind etwa die Behinderung von öffentlichen Aktivitäten oder die Auflösung einer Demonstration gegen Behördenmaßnahmen doch etwas anderes als eine Verfolgung. Aus allen direkten chinesischen Kontakten und auch aus eigenen Erfahrungen bei einem Besuch im Spätherbst letzten Jahres im Norden der Provinz Zhejianghat der Verfasser der China-Informationen jedoch keine gravierenden Verschlechterungen erkennen können. Aber China ist groß.
2. Politik & Gesellschaft
Nur wenige Familien nutzen die neue Freiheit
[ZGB] Seit zwei Jahren ist es allen Familien, in denen wenigstens ein Elternteil aus einer Ein-Kind-Familie stammt erlaubt, zwei Kinder zu haben. Von dieser Neuregelung sind zwar über 11 Mio. Familien in gebärfähigen Alter betroffen, doch bisher sind nur 470.000 Zweitkinder zur Welt gekommen. MinisterpräsidentLI Keqiang hat deshalb im März bei einer Pressekonferenz erklärt, die Regierung werde über weitere Lockerungen der Bevölkerungspolitik nachdenken.
66 illegale Golfplätze gesperrt
[BV] Die chinesischen Behörden haben in diesem Jahr schon 66 illegale Golfplätze gesperrt. Diese exklusive Sportart erfreute sich insbesondere im Kreis reicher Unternehmer und hoher Beamter zunehmender Beliebtheit. Mao Zedong verdammte diese zu bürgerliche Sportart vollkommen und bereits seit dem Jahr 2004 ist die Anzahl der offiziell genehmigten Plätze per Gesetz limitiert.Die Auflösung der 66 Plätze mag auch in Verbindung stehen mit der Anti-Korruptions-Maßnahmen von Präsident XI Jinping, denn die exorbitanten Gebühren waren in vielen Fällen Anlass für Korruptionen.
Chinas Kommunistische Jugendorganisation
[XH, TWOC] Die Kommunistische Jugendliga, die Jugendorganisation der kommunistischen Partei Chinas, hatte am Jahresende 2014 mehr als 88 Mio. Mitglieder, die in fast 4 Mio. lokalen Gruppen organisiert sind. Die Mitglieder dieser Jugendorganisation sind mindestens 14 und höchstens 28 Jahre alt. Diese Mitgliedschaft ist eine gute Voraussetzung dafür, später in die Partei aufgenommen zu werden und deren Netzwerk für das eigene Vorwärtskommen nutzen zu können.
Studieren in China wird immer beliebter
[TNI] Nach den USA und Großbritannien liegt China nun an dritter Stelle bei den Studenten, die im Ausland studieren. Mehr als 377.000 ausländische Studenten waren im Jahr 2014 an chinesischen Unis eingeschrieben. Welche Möglichkeiten wären das gewesen, den chinesischen Kommilitonen das Evangelium von Jesus Christus zu bezeugen!
Quelle: China – Informationen 2015 - 04