18.05.2015
Kongo: Gebet für Frieden und Opfer der Rebellen
Ärzte ohne Grenzen versorgt über 100 Vergewaltigungsopfer nach Überfall auf Kikamba
Kongo: Gebet für Frieden und Opfer der Rebellen
Ärzte ohne Grenzen versorgt über 100 Vergewaltigungsopfer nach Überfall auf Kikamba
Kinshasa (Fides) – Im Nordkivu versammelten sich Vertreter verschiedener Konfessionen zu einem Friedensgebet für die Provinz im Osten der Demokratischen Republik Kongo, in der es immer wieder zu Gewalt durch verschiedene bewaffnete Gruppen kommt. Die Initiative ist teil einer Reihe von Initiativen des „Büros für die Koordinierung der Zivilgesellschaft in Nordkivu“, die die Menschen dazu anregen sollen, sich mit den Einwohnern von Beni, Rutchuru, Masisi und Goma solidarisch zu zeigen. Diese Menschen seien „Opfer von immer wieder kehrenden Massakern, Entführungen und anderen Verbrechen”, so das Büro.
Auf dem Programm steht auch ein Gebet für die Opfer der Gewalt, am kommenden 22. Mai: seit Oktober 2014 kamen in der Provinz über 350 Menschen gewaltsam ums Leben. Für die Massaker wird insbesondere die aus ehemaligen ugandischen Rebellen bestehende bewaffnete Gruppe ADF-Nalu verantwortlich gemacht. Zuletzt starben 23 Menschen am vergangenen 13. Mai am Rande des Besuchs de kongolesischen Innenministers. (L.M.)
Bukavu (Fides) – Das medizinische Hilfswerk “Ärzte ohne Grenzen” (MSF) versorgte in Kikamba in der Region Shabunda Im Osten der Demokratischen Republik Kongo insgesamt 127 bei Übergriffen von bewaffneten Gruppen vergewaltigte Frauen.
“Am Abend des 1. Mai wurde das Dorf nach Berichten der Einwohner von Kikamba von rund 60 bewaffneten Männern überfallen. Die Angreifer haben Häuser geplündert, die Männer angegriffen und Frauen vergewaltigt. Außerdem wurden 30 Kinder in Geiselhaft genommen, die das Diebesgut auf der Flucht transportieren mussten, um danach wieder freizukommen”, so ein Sprecher. In den Tagen nach dem Überfall, wandten sich über 100 Frauen an das Zentrum des ärztlichen Hilfswerks. Die Vergewaltigungsopfer sind zwischen 14 und 70 Jahre alt. “Dies ist nicht normal: im Allgemeinen sprechen die Opfer nicht über diese Art von Misshandlung aus Angst vor der Rache der bewaffneten Gruppen oder vor der Ablehnung durch die eigene Gemeinschaft”, so der Leiter der MSF-Mission in Südkivu.
MSF hat 2010 ein Gesundheitszentrum in Kikamba eingerichtet, das für Vertriebene und Einwohner der Region eine grundlegende medizinische Versorgung gewährleisten soll. In der Region arbeitet das Hilfswerk auch mit staatlichen Krankenhäusern in Shabunda und Matili zusammen. Allein im vergangenen Jahr wurden 150.000 Patienten untersucht, davon 260 Opfer sexuelle Gewalt. (AP) (Fides 18/5/2015)