24.05.2015

Iran: Religionsfreiheit für wen?

Bericht zum Treffen des Stephanuskreises im Deutschen Bundestag am 21. Mai 2015 in Berlin

Iran: Religionsfreiheit für wen?

Bericht zum Treffen des Stephanuskreises im Deutschen Bundestag am 21. Mai 2015 in Berlin

Thema: Religionsfreiheit im Iran  

Referenten/Gäste: Naghmeh Abedini und Internationale Gemeinschaft für Menschenrechte (IGFM) 

In Begleitung einiger Vertreter der IGFM berichtete Naghmeh Abedini dem Stepanuskreis über die Situation ihres Mannes Saeed im Iran.

Im Jahr 2000 konvertierte Saeed Abedini vom Islam zum Christentum, seitdem engagierte er sich aktiv für die Gründung von Gemeinden im Iran, legte aber auch einen besonderen Schwerpunkt auf karitative Arbeit und vor allem die Zusammenarbeit mit von der Regierung erlaubten Gemeinden. 2005 verließ er zusammen mit seiner Ehefrau Naghmeh den Iran, 2010 wurde ihm in den USA die amerikanische Staatsbürgerschaft zugesprochen. Obwohl er 2009 noch von der iranischen Regierung zu humanitärer Arbeit im Iran - wie die Gründung eines Waisenhauses – ermutigt wurde, wurde er 2012 bei einer weiteren Reise in den Iran für genau diese Arbeit verhaftet und „wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit“ zu acht Jahren Haft verurteilt.

Kontakt zu ihrem Ehemann hat Naghmeh Abedini in diesen drei Jahren über gelegentliche Briefe, aber vor allem den Vater von Saeed, der ihn trotz der schwierigen Situation regelmäßig im Gefängnis besucht. Naghmeh selbst hat ein Besuchsverbot, weil sie sich öffentlich für ihn einsetzt.

 Im Iran ist christliches Material in Farsi oder das Abhalten von Gottesdiensten in dieser Sprache verboten, ebenso wie die Missionierung von Muslimen. Christsein ist nur den Armeniern und Assyrern erlaubt, Muslime können für ihre Konvertierung zum Christentum hingerichtet werden. Folglich treffen sich Christen zu Zusammenkünften in privaten Häusern.

Naghmeh Abedini hatte mittlerweile außerdem die Gelegenheit, sich bereits zwei Mal mit dem Europäischen Parlament und im Januar 2015 mit Barack Obama zu treffen, der ihr seinen Einsatz für die Freilassung Speeds zusicherte. Den Deutschen Bundestag besuchte sie jetzt zum ersten Mal.

Die IGFM betonte ihren Einsatz für verfolgte Christen. Obwohl sie eine säkulare Organisation seien und auch andere Schwerpunkte in ihrer Arbeit haben (wie beispielsweise Frauenrechte) nehme gerade in jüngster Zeit der Einsatz für verfolgte Christen aufgrund akuter Menschenrechtsverletzungen einen besonderen Stellenwert ihrer Arbeit ein.

Naghmeh Abedini traf außerdem Volker Kauder, Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und Christoph Strässer, Beauftragten der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Vertreter des Auswärtigen Amtes.

Bericht: Deutsche Evangelische Allianz e.V.

Büro des Beauftragten am Sitz des Deutschen Bundestages

und der Bundesregierung, Berlin