27.05.2015
Sudan: Zwei evangelischen Pfarrern droht die Todesstrafe
Sudan: Südsudanesen wegen „Kriegsführung gegen den Staat“ angeklagt
Sudan: Zwei evangelischen Pfarrern droht die Todesstrafe
Sudan: Südsudanesen wegen „Kriegsführung gegen den Staat“ angeklagt
Khartum (idea) – Im radikal-islamisch regierten Sudan stehen zwei evangelische Pfarrer vor Gericht. Ihnen droht die Todesstrafe. Yat Michael und Peter Yein Reith von der (reformierten) Presbyterianischen Kirche der christlich dominierten Republik Südsudan sind unter anderem wegen der Störung des öffentlichen Friedens, Verunglimpfung religiöser Überzeugungen sowie Untergraben der Verfassung und Kriegsführung gegen den radikal-islamisch regierten Staat Sudan angeklagt. Doch in Wahrheit wird ihnen nach Ansicht christlicher Menschenrechtler die Evangelisierung von Muslimen zur Last gelegt. Der Prozess in der Hauptstadt Khartum wurde am 14. Mai vertagt, weil das Gericht erst Vertreter des sudanesischen Geheimdienstes NISS anhören will. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM/Frankfurt am Main) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) hatten die beiden Pastoren im April als „Gefangene des Monats“ benannt und aufgerufen, für sie einzutreten und zu beten. Yat Michael hatte im Dezember Khartum besucht, um medizinische Hilfe für seinen Sohn zu erhalten. Nachdem er bei dieser Gelegenheit in einer presbyterianischen Kirche gepredigt hatte, nahmen ihn Geheimdienstmitarbeiter ohne Begründung mit. Er kam in ein Gefängnis. Sein Kollege – Pastor Yein Reith – stellte daraufhin Nachforschungen in Khartum an. Als er am 11. Januar einen Brief im Büro für religiöse Angelegenheiten abgab, wurde er verhaftet.
Todesstrafe für Abkehr vom Islam
Seit der Unabhängigkeit des eher christlich geprägten Südsudan im Juli 2011 treibt der (nördliche) Sudan die Islamisierung voran. Seither hat sich die Lage der etwa 500.000 Christen im Land deutlich verschlechtert. Auf die Abkehr vom Islam steht laut Strafgesetzbuch die Todesstrafe. Im vergangenen Jahr ordneten staatliche Stellen die Schließung und den Abriss von Kirchen an. Trotzdem wachse das Interesse am christlichen Glauben, so die IGFM. Von den 38 Einwohnern des Sudan sind 97 Prozent Muslime. Gegen Staatspräsident Omar Hassan al-Bashir hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag (Niederlande) Haftbefehl wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlassen.