29.05.2015

Pakistan: Anschläge auf Christen

Anschlag auf protestantische Kirche

Pakistan: Anschläge auf Christen

Anschlag auf protestantische Kirche

 Körperliche Gewalt gegen Christen in Punjab 

Lahore (Fides) –Eine protestantische Kirche in Chakwal in der Provinz Punjab rund 300 Kilometer südlich von Lahore wurde von bewaffneten Männern verwüstet, die auch sechs Gläubige, darunter ein Pastor tätlich angegriffen. Zu dieser weiteren Episode der Gewalt gegen Christen kam es gestern. Der Pastor, Suhail Masih, hielt sich zusammen mit fünf weiteren Personen in der Kirche auf, als drei bewaffnete Männer eindrangen. Sie verwüsteten die Kirche und setzten dabei auch körperliche Gewalt gegen die Anwesenden. Noch vor Ankunft der Polizei gelang ihnen die Flucht. Zwei Verdächtige wurden von der Polizei festgenommen und wieder freigelassen. Die Verletzten werden mit leichten Verletzungen im Krankenhaus behandelt.
Bereits in den vergangenen Tagen soll Pastore Suhail Masih und seine Gläubigen von Muslimen in der Gegend der „Abwerbung und Bekehrung von Muslimen“ beschuldigt worden sein. Die Gemeinde fordert nach dieser weiteren Episode der Gewalt mehr Sicherheit für christliche Kirchen und die Bestrafung derer, die in Pakistan, den Hass gegenüber Christen schüren.
Zuletzt war es in den vergangen Tagen im christlichen Stadtviertel Sanda in Lahore zu antichristlicher Gewalt gekommen. (PA) 

Unschuldige Blasphemieopfer müssen das Land oft verlassen 

Lahore (Fides) – Unschuldige Blasphemieopfer tragen für immer einen “Stempel’”: sie leben gefährlich, auch wenn das Gericht ihre Unschuld bestätigt. Diese Erfahrung musste auch die Christin und Mutter Martha Bibi machen, die 2007 zusammen mit ihrem Mann der Blasphemie angeklagt und 2013 freigesprochen wurde.
Sie musste das Land verlassen, nachdem sie von Extremisten bedroht worden war. Zusammen mit ihrem Mann floh sie in ein Nachbarland, wo ihnen der “Flüchtlingsstatus“ zuerkannt wurde. Weitere fünf Kinder der Familie leben bei Verwandten in Pakistan. “Martha Bibi hat mich beauftragt, die Familienzusammenführung mit den anderen Kindern zu organisieren”, so der christliche Anwalt Mushtaq Gill, der dabei um internationale Unterstützung bittet.
Martha Bibi lebte in Kot Nanak Singh und soll nach Angaben der Kläger den Koran beleidigt haben. Doch Augenzeugen konnten bestätigen, dass diese Anschuldigungen falsch und ein Vorwand dafür waren, eine Lieferung ihres Mannes, der im Baugeschäft arbeitet, nicht bezahlen zu müssen. (PA)