02.11.2015
Nordirak: Versorgungslage der Flüchtlinge ist „besorgniserregend“
Der Direktor des christlichen Hilfswerks Shelter Now besuchte Kurdistan
Nordirak: Versorgungslage der Flüchtlinge ist „besorgniserregend“
Der Direktor des christlichen Hilfswerks Shelter Now besuchte Kurdistan
Braunschweig (idea) – Das christliche Hilfswerk Shelter Now will seine Unterstützung für Flüchtlinge im Nordirak ausweiten. Mehr als zwei Millionen Menschen sind vor der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) aus anderen Teilen des Landes und aus Syrien nach Kurdistan geflohen. Die Lage der Menschen in den Flüchtlingslagern in Kurdistan ist „höchst besorgniserregend“, berichtete der Direktor des Werkes, Udo Stolte (Braunschweig), nach einem Besuch im Nordirak. Die international tätige Organisation lässt sich in Kurdistan zurzeit offiziell registrieren, um die begonnenen Maßnahmen auf sicherer Basis fortsetzen zu können. Teilweise stünden für die Versorgung mit Lebensmitteln monatlich nur noch umgerechnet neun Euro pro Kopf zur Verfügung, so Stolte. Er kritisierte die internationale Staatengemeinschaft: „Schon seit längerem haben die Geberländer – auch Deutschland – zugesagt, die Flüchtlingsaktivitäten der UNO besser zu finanzieren. Aber sie halten ihre Versprechen nicht.“ Mangelhaft sei ebenso die medizinische Versorgung. Es gebe erste Fälle von Cholera. Das Werk helfe Flüchtlingen vor Ort, damit sie nicht gezwungen seien, sich auf die gefahrvolle und ungewisse Reise nach Europa zu machen. Die allermeisten wollten gerne an ihre Heimatorte zurück, wenn der Krieg beendet sei. Seit einem Jahr unterstützt Shelter Now Hunderte von Familien, die aus Angst vor dem IS aus Syrien und anderen Landesteilen Iraks in die Autonome Region Kurdistan geflohen sind. Die Organisation stellt Nahrungsmittel, Hygieneartikel und Decken für den Winter bereit. Zu den derzeit drei Projekten in Kurdistan gehört auch die Betreuung von 400 Angehörigen der Religionsgemeinschaft der Jesiden, die aus Angst vor Diskriminierung in inoffiziellen Lagern leben. Shelter Now engagiert sich seit 1983 in Pakistan und seit 1988 in Afghanistan. Das Werk finanziert seine Hilfsaktionen zu einem großen Teil aus Spenden.