03.11.2015
Sudan: Christen geraten zunehmend unter Druck
Eine Kirche abgerissen und eine weitere niedergebrannt
Khartum (idea) – Im Sudan geraten christliche Gemeinden zunehmend unter Druck, seit Behörden im vergangenen Jahr die Schließung und den Abriss von Kirchen angeordnet haben. So wurde einem Bericht des Informationsdienstes World Watch Monitor zufolge am 22. Oktober das Kirchengebäude der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Omdurman nahe der Hauptstadt Khartum abgerissen. Zur Begründung hieß es, das Land, auf dem die Kirche seit 30 Jahren stand, werde benötigt, um einen Marktplatz zu errichten. Die benachbarte Moschee hingegen blieb erhalten, obwohl sie erst viel später gebaut wurde, beklagten Gemeindeglieder die Ungleichbehandlung. Bereits am 17. Oktober hatten Unbekannte eine evangelisch-lutherische Kirche in Gadaref im Osten des Landes angezündet. Wie die Hilfsorganisation „Christian Solidarity Worldwide“ berichtet, brannte das Gebäude komplett nieder. Von den rund 35 Millionen Einwohnern des Sudans sind 97 Prozent Muslime. Der Anteil von Christen liegt bei 1,5 Prozent. Seit der Unabhängigkeit des eher christlich geprägten Südsudans im Juli 2011 treibt der Sudan die Islamisierung voran. Auf die Abkehr vom Islam steht die Todesstrafe. Gegen Staatspräsident Omar Hassan al-Bashir hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag (Niederlande) einen Haftbefehl wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlassen.