12.11.2015
Deutschland: Flüchtlinge in die Werteordnung integrieren
Knobloch: Christen- und Judenfeindlichkeit müssen kompromisslos geahndet werden
Deutschland: Flüchtlinge in die Werteordnung integrieren
Knobloch: Christen- und Judenfeindlichkeit müssen kompromisslos geahndet werden
München (idea) – Eine Integration der Flüchtlinge in die deutsche Werteordnung hat die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, gefordert. „Ansonsten droht unser Land, das gerade erst mühsam und zaghaft zusammengewachsen ist, zu zerbrechen“, schreibt die frühere Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland in einem Gastbeitrag für das Magazin „Bayernkurier“ der CSU. Wer hier leben wolle, müsse sich uneingeschränkt zu den Fundamenten der Verfassung bekennen: „Das sind insbesondere die Grundrechte, also auch Religionsfreiheit und Gleichberechtigung, unsere Rechtsstaatlichkeit, in der die Scharia keinen Platz hat, die strikte Trennung von Staat und Religion sowie die Ächtung von Antisemitismus und das klare Bekenntnis zum Existenzrecht Israels.“ Judenhass sei in vielen Heimatländern der Flüchtlinge selbstverständlicher Teil der Sozialisierung. Knobloch: „Respektlosigkeiten gegenüber Frauen, Christen- und Judenfeindlichkeit, Drohungen gegenüber Minderheiten und ähnliche Phänomene müssen kompromisslos geahndet und geächtet werden, um die Entstehung von Parallelgesellschaften im Keim zu ersticken.“ Nach Ansicht der 83-Jährigen ist zu lange eine von „Multkulti-Romantik“ geprägte Integrationspolitik praktiziert worden, „die Raubbau an unseren eigenen Wertevorstellungen zur Folge hatte“. Zwar sei sie keine Freundin des Begriffs „Leitkultur“, so Knobloch, „aber den überfälligen Konsens auf einen unantastbaren Wertekodex fordere ich seit Jahren“.
Patriotismus nicht Rechtsextremisten und-populisten überlassen
Sie appelliert an die demokratischen Parteien, das Thema Patriotismus nicht den Rechtsextremen und -populisten zu überlassen, „die in erschreckender und bedrohlicher Weise auf dem Vormarsch sind“. Der Erhalt der deutschen Kultur müsse auf die Tagesordnung der Volksparteien: „Unser Land darf sich nicht verändern.“ Die jüdische Gemeinschaft habe Deutschland „die Treue gehalten, in der Hoffnung, dass es sich entwickeln würde, wie es sich über die letzten Jahrzehnte dargestellt hat“. Es sei gelungen, die Bundesrepublik in positivster Weise in der internationalen Staatengemeinschaft zu positionieren. Man werde global geachtet und geschätzt: „Das war nie so und ist angesichts der deutschen Geschichte alles andere als selbstverständlich.“