16.11.2015

Deutschland: Kongress Christenverfolgung-heute

Vorwurf: Saudi-Arabien verbreitet einen streng konservativen Islam

Deutschland: Kongress Christenverfolgung-heute

Vorwurf: Saudi-Arabien verbreitet einen streng konservativen Islam

Ex-Muslim fordert Stopp von Moscheebauten in Deutschland

Schwäbisch Gmünd (idea) – Ein Ende des saudi-arabischen Einflusses auf die Muslime in Deutschland ist beim Kongress über Christenverfolgung am 15. November in Schwäbisch Gmünd gefordert worden. Vor rund 650 Fachleuten verlangte der aus dem Jemen stammende Ex-Muslim Said Al Yemeni, dass Saudi-Arabien keine weiteren Moscheen in Deutschland finanzieren dürfe. Nach Ansicht des Mannes, der aus Sicherheitsgründen einen Decknamen benutzt, ist Saudi-Arabien bestrebt, einen streng konservativen Islam weltweit zu verbreiten. Deshalb werde auch der sogenannte „Islamische Staat“ mit Geld und Kämpfern unterstützt. „Was in Syrien passiert, kann sich überall wiederholen“, warnte Al Yemeni. Auch die im März begonnenen saudi-arabischen Luftangriffe auf jemenitische Städte hätten das Ziel, die fundamentalistische Variante des Islam durchzusetzen. Dabei spiele es keine Rolle, dass Muslime Muslime töten, Krankenhäuser und Schulen zerstören sowie Städte in Schutt und Asche legen. Selbst das Weltkulturerbe wie die Altstadt von Sanaa werde nicht verschont. Große Teile der Bevölkerung befänden sich auf der Flucht. Al Yemeni warf den europäischen Regierungen vor, die Augen vor den saudi-arabischen Kriegsverbrechen zu verschließen und den Beteuerungen der Scheichs zu glauben, sie bekämpften Rebellen. Zur Situation der Christen sagte Al Yemeni, dass es eine wachsende Untergrundkirche gebe. Kongressveranstalter sind das Christliche Gästezentrum Schönblick und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) in Zusammenarbeit mit rund 30 evangelischen und katholischen Hilfswerken und Menschenrechtsorganisationen.

Scharfe Kritik an religiöser Unfreiheit in islamischen Ländern

Scharfe Kritik an der religiösen Unfreiheit in vielen muslimischen Ländern wurde auf dem ökumenischen Kongress „Christenverfolgung heute“ laut. Er findet mit mehr als 650 Teilnehmern vom 15. bis 18. November in Schwäbisch Gmünd auf Einladung des dortigen Gästezentrums Schönblick und der Evangelischen Nachrichtenagentur idea statt. Ein marokkanischer Redner, der aus Sicherheitsgründen mit dem Decknamen Ali Al Maghrebi auftrat, bezeichnete den Islam als eine Religion der Intoleranz. Wer sich in seinem Land dem christlichen Glauben zuwende, verliere seine Familie, Freunde, Heimat und sogar das Leben, da der Islam keinen Religionswechsel akzeptiere. Der Journalist vertrat ferner die Ansicht, dass nicht alle Muslime Terroristen seien, obwohl der Islam eindeutig zur Ermordung derjenigen aufrufe, die sich vom muslimischen Glauben abwenden: „Manche Muslime haben ein Herz, das besser ist als ihre Religion.“ So habe ihm sein Vater erklärt, obwohl er gläubiger Muslim und Imam sei, könne er seinen Sohn nicht töten, auch wenn das der Islam von ihm fordere. Al Maghrebi wies ferner darauf hin, dass in Marokko der Besitz von Bibeln und die Ehe zwischen Christen und Muslimen verboten sei. Es drohe zudem ein halbes bis zwei Jahre Gefängnis, „wenn man Muslime in ihrem Glauben verunsichert“. Er forderte die Christen auf, Religions- und Redefreiheit sowie religiöse Reformen einzufordern. Scharf verurteilte er die Christenverfolgung in Saudi-Arabien. Dort herrsche die gleiche brutale Gewalt gegen religiöse Minderheiten wie im Herrschaftsbereich der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS). Al Maghrebi: „Setzt euch für die verfolgten Christen ein – sie sind wie die Christen in Deutschland Glieder am Leib Christi!“

Witwe des ermordeten Tilmann Geske dankt für Gebete

Die Witwe des im April 2007 im osttürkischen Malatya ermordeten Tilmann Geske, Susanne Geske (Malatya), dankte den Kongressteilnehmern, dass sie in den vergangenen Jahren für die Familie gebetet und sie damit „durchgetragen“ haben. Tilmann Geske – Mitarbeiter des christlichen Zirve-Verlages – und zwei seiner Kollegen, Ugur Yüksel und Necati Aydin, waren von mutmaßlich fünf Tätern umgebracht worden. Sie hatten die drei Opfer gefesselt, gefoltert und ihnen die Kehlen durchgeschnitten. Unmittelbar nach der Bluttat wurden sie verhaftet. Der Prozess gegen sie zieht sich immer mehr in die Länge. 2014 wurden die Angeklagten aus der Untersuchungshaft entlassen und mit elektronischen Fußfesseln unter Hausarrest gestellt. Laut einer Gesetzesänderung darf die maximale Untersuchungshaftzeit nur noch fünf Jahre dauern. Geske sagte in Schwäbisch Gmünd, Gott habe ihr es geschenkt, keine Hassgedanken zu hegen. Sie sei sehr dankbar, dass sich ihre drei – inzwischen erwachsenen – Kinder alle entschieden hätten, als Christen zu leben.