19.11.2015
Deutschland: Kongress „Christenverfolgung heute“
Wie die Bundesregierung verfolgten Christen helfen kann Kongress-Resolution fordert regelmäßigen Bericht zur Lage der Religionsfreiheit
Deutschland: Kongress „Christenverfolgung heute“
Wie die Bundesregierung verfolgten Christen helfen kann
Kongress-Resolution fordert regelmäßigen Bericht zur Lage der Religionsfreiheit
Schwäbisch Gmünd (idea) – Die Bundesregierung soll künftig regelmäßig einen Bericht zur weltweiten Lage der Religions- und Glaubensfreiheit erstellen. Das hat der ökumenische Kongress „Christenverfolgung heute“ in einer Resolution gefordert. An dem Treffen vom 15. bis 18. November in Schwäbisch Gmünd nahmen rund 650 Experten teil. Veranstalter waren das Christliche Gästezentrum Schönblick und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) in Zusammenarbeit mit rund 30 evangelischen und katholischen Hilfswerken und Menschenrechtsorganisationen. Die Teilnehmer befassten sich mit der Situation in rund 100 Staaten, in denen Christen um ihres Glaubens willen bedrängt, inhaftiert oder getötet werden. Die etwa 400 Unterzeichner der Resolution begrüßten den Beschluss des Deutschen Bundestages vom Sommer, dass die Bundesregierung erstmalig einen Bericht zur Religions- und Glaubensfreiheit vorlegen soll. Dies sei ein „deutliches Zeichen der Bundesrepublik Deutschland gegen das Wegsehen hinsichtlich der weltweiten Zunahme von Missachtung grundlegender Menschenrechte“ und habe eine große Signalwirkung auch für die Europäische Union. Durch einen regelmäßigen Bericht könne in Deutschland ein Bewusstsein für das Recht auf Religions- und Glaubensfreiheit verankert werden. Ein solcher Report könnte auch als Beispiel für weitere europäische Anstrengungen auf diesem Gebiet dienen, so die Resolution.
Die Kompetenz nichtstaatlicher Organisationen nutzen
Die Unterzeichner appellieren ferner an die Bundesregierung, verstärkt die Kompetenzen nichtstaatlicher Organisationen zu nutzen, die langjährige Erfahrung mit Religions- und Glaubensfreiheit aufweisen. Sie wüssten, dass sich viele Konflikte ohne ein Verständnis von religiösen Hintergründen weder verstehen noch lösen ließen. Die Bundesregierung solle sich außerdem für die Möglichkeit des Religionswechsels einsetzen. Es gebe in vielen Ländern, zu denen Deutschland wirtschaftliche Beziehungen unterhalte, vermehrt Antikonversionsgesetze, die das Annehmen einer anderen Religion strafrechtlich verfolgten, so die Resolution. Die deutsche Politik solle „bei jeder Gelegenheit auf diesen Missstand hinweisen“. Laut Kongressleiter Kuno Kallnbach (Schwäbisch Gmünd) geht die Initiative des Deutschen Bundestages, dass die Bundesregierung einen Bericht zur weltweiten Situation von Religions- und Glaubensfreiheit vorlegen soll, auf eine Resolution des ersten Kongresses „Christenverfolgung heute“ 2009 zurück. Die diesjährige Resolution greife ein grundlegendes Ziel des Treffens auf, nämlich das Anliegen der Religionsfreiheit als Dauerthema in der deutschen Politik und Öffentlichkeit zu verankern, sagte Kallnbach gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.