20.11.2015
Deutschland: Der Missionsauftrag gilt auch gegenüber Muslimen
Der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern traf sich mit Regionalbischöfen
Deutschland: Der Missionsauftrag gilt auch gegenüber Muslimen
Der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern traf sich mit Regionalbischöfen
München (idea) – Der christliche Missionsauftrag gilt auch gegenüber muslimischen Flüchtlingen. Das erklärte der Vorsitzende des Arbeitskreises Bekennender Christen in Bayern (ABC), Dekan Till Roth (Lohr am Main), bei einem Treffen des ABC-Vorstands mit Regionalbischöfen der bayerischen Landeskirche Mitte November in München. Den interreligiösen Dialog bezeichnete er als wichtig, doch: „Wir freuen uns auch über Muslime, die Christus finden und sich taufen lassen“, so Roth. Er erneuerte seine Kritik an der Mitwirkung von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm im Kuratorium des Münchner Forums für Islam. Dies sei „ein anderes Signal, als wenn sich die Kirche für den Dialog einsetzt“. Dieser Ansicht widersprach die nordbayerische Regionalbischöfin Dorothea Greiner (Bayreuth). Nicht jeder, der sich für den Bau von Moscheen engagiere, sei dafür, die Unterschiede zwischen den Religionen einzuebnen. Die Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Susanne Breit-Keßler (München), sprach sich dafür aus, dass Christen „nicht aus Angst vor anderen Religionen, sondern aus Leidenschaft für das Evangelium öffentlich für ihren Glauben einstehen“. Sie sollten zeigen, dass die Hilfe für Flüchtlinge auf der von Jesus gebotenen Nächstenliebe basiere. Christliche Werte bestimmten das Miteinander in der Gesellschaft maßgeblich.
Übernimmt die Kirche Pfarrer von pietistischen Einrichtungen?
Mit Blick auf den erwarteten Pfarrermangel in der bayerischen Landeskirche warben die ABC-Vertreter dafür, neben Hochschulabsolventen auch Abgänger anderer theologischer Ausbildungsstätten in den kirchlichen Dienst zu übernehmen. Dies wäre ein Zeichen für die Wertschätzung der Landeskirchlichen Gemeinschaften, deren Prediger häufig von pietistisch geprägten Einrichtungen kämen, sagte der ABC-Sprecher Hans-Joachim Vieweger (München), der auch der Landessynode angehört. Der Regensburger Regionalbischof Hans-Martin Weiss zeigte sich offen für diese Überlegung. Allerdings dürften damit keine Abstriche an den hohen Qualitätsmaßstäben verbunden sein, die an die Ausbildung der Pfarrer angelegt würden.