21.11.2015

China: Fünf Pastoren festgenommen

Weil die Gemeinden stark wachsen, bekommen sie Probleme

China: Fünf Pastoren festgenommen

Weil die Gemeinden stark wachsen, bekommen sie Probleme

Luoyang (idea) – In der Volksrepublik China ist die Religionsfreiheit von Christen erneut verletzt worden. Wie das US-Hilfswerks „China Aid“ berichtete, wurden in Luoyang (Provinz Henan) fünf Pastoren für 15 Tage festgenommen. Gemeinsam mit 65 anderen Pastoren hatten sie sich in einer Kirche in Luoyang zu einer fünftägigen Bibelschulung getroffen. Unter den Inhaftierten war auch ein Pastorenehepaar, das die Staatsbürgerschaft Neuseelands besitzt. Behördenvertreter erklärten, dass es sich um eine illegale religiöse Zusammenkunft mit „Kult-Aktivitäten“ gehandelt habe. Sie schlossen die Kirche und forderten die Besitzer umliegender Geschäfte auf, sich zu melden, wenn sie die Christen bei einem Treffen beobachten sollten. Das kommunistische Regime versucht seit einiger Zeit in verschiedenen Provinzen, das Christentum angesichts der stark wachsenden Gemeinden aus der Öffentlichkeit zu verbannen. In den vergangenen zwei Jahren hatte es mindestens 1.200 Kreuze von offiziell anerkannten Kirchen in der Provinz Zhejiang abreißen lassen. Genaue Angaben über die Gesamtzahl der Christen unter den 1,3 Milliarden Einwohnern gibt es nicht. Die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften spricht von 29 Millionen in staatlich anerkannten Gemeinden – 23 Millionen Protestanten und sechs Millionen Katholiken. Nicht berücksichtigt sind dabei vor allem die evangelikalen Hausgemeinden, die sich nicht der Kontrolle des Staates unterwerfen wollen. Schätzungen ausländischer Experten gehen von insgesamt bis zu 130 Millionen Christen aus.