23.11.2015
Deutschland: Unterstützung der Politik von Merkel
Kein politisches Kapital aus den Attentaten von Paris schlagen Baptisten- und Brüdergemeinden unterstützen Politik
Deutschland: Unterstützung der Politik von Merkel
Kein politisches Kapital aus den Attentaten von Paris schlagen
Baptisten- und Brüdergemeinden unterstützen Politik
Berlin (idea) – Nach den Terroranschlägen von Paris mit 130 Toten und über 350 Verletzten hat sich die Leitung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden) gegen Versuche gewandt, daraus „politisch Kapital zu schlagen und die Flüchtlingsfrage damit zu vermischen“. Zugleich stellen sich der Präsident der Freikirche, Michael Noss (Berlin), und Generalsekretär Christoph Stiba (Wustermark bei Berlin) hinter die „mutige Asylpolitik“ von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Bei den Terroristen habe es sich vorwiegend um „einheimische Extremisten“ gehandelt. Die Flüchtlinge sehnten sich dagegen „nach einem Leben in Freiheit und Frieden“. Viele seien für westliche Werte und auch für den christlichen Glauben aufgeschlossen, heißt es in einer in Wustermark-Elstal bei Berlin veröffentlichten Erklärung.
Keine Angst vor einer Islamisierung
Den beiden Kirchenleitern zufolge gibt es in den Gemeinden der Freikirche eine ungebrochene Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge. Allerdings stießen manche ehrenamtliche Helfer dabei an ihre Grenzen. Noss und Stiba zufolge sollte der Einsatz für Flüchtlinge „so gut wie möglich in das normale Gemeindeleben integriert werden“, damit niemand überfordert werde. Zugleich räumen die beiden ein, dass sich durch die wachsende Zahl muslimischer Mitbürger die Gesellschaft verändern werde. Vor einer möglichen Islamisierung der Gesellschaft brauche man sich aber nicht zu fürchten, denn diese Ängste würden durch fremdenfeindliche Reden und Predigten geschürt: „Wir wenden uns gegen unsachliche Darstellungen, religiöse Verallgemeinerungen, aus dem Zusammenhang gerissene und deshalb irreführende theologische Aussagen sowie unverantwortliche Panikmache im Blick auf die muslimischen Flüchtlinge.“ Eine religiöse Vielfalt in Deutschland entspreche der baptistischen Überzeugung von Religionsfreiheit. Schon einer der Gründerväter der Freikirche in Deutschland, Julius Köbner (1806–1884), habe sich 1848 in einem Manifest für Religionsfreiheit für alle eingesetzt. Am Missionsauftrag will der Gemeindebund in Wort und Tat festhalten, heißt es weiter. Zu der Freikirche gehören 800 Gemeinden mit etwa 82.000 Mitgliedern.