02.10.2015

Nepal: Christliche Missionare sollen Land verlassen

Hindu Extremisten erklären den südasiatischen Staat zur „christenfreien Zone“

Nepal: Christliche Missionare sollen Land verlassen

Hindu Extremisten erklären den südasiatischen Staat zur „christenfreien Zone“

 

Kathmandu (idea) – Hindu-Nationalisten in Nepal haben christliche Missionare aufgefordert, das Land zu verlassen. „Ausländischer Einfluss hat Entscheidungen unserer Regierung manipuliert“, und „Christen haben dieses Land korrumpiert“, heißt es in einem Flugblatt der extremistischen Hindu-Organisation „Hindu Morcha Nepal“. Sie erklärt darin „Nepal zu einer christenfreien hinduistischen Nation“ und ruft alle religiösen Führer der Christen auf, außer Landes zu gehen. An alle, die sich zum Christentum bekehrt haben, wird appelliert, „wieder nach Hause zum Hinduismus zurückzukehren“.

Für Hindu-Nationalisten ist das Christentum „ein Störfaktor“

Die aggressive Haltung der Gruppe gegenüber Christen gilt als Reaktion auf die neue Verfassung, die das nepalesische Parlament Mitte September verabschiedet hatte. Sie definiert Nepal als säkularen Staat und lehnt damit den Anspruch radikaler Gruppen ab, den Hinduismus zur Staatsreligion zu machen. Für die neue Verfassung machen die Nationalisten vor allem Christen verantwortlich. Das Christentum bezeichnen sie als den „größten Störfaktor der nationalen Einheit“. Deshalb wolle man es „ausrotten“.

Festnahmen nach Anschlägen auf Kirchen

Nach den Anschlägen auf drei Kirchen im Südosten des Landes am 14. September hat die Polizei mittlerweile drei Tatverdächtige festgenommen. Nach eigenen Angaben fahndet sie nach weiteren vier Personen, darunter dem Führer von „Hindu Morcha Nepal“, Madhav Bhandari. In zwei Kirchen waren Sprengsätze detoniert, die Sachschaden anrichteten. „Glücklicherweise wurde keiner von unseren Gemeindemitgliedern verletzt“, bestätigte der Pastor der Gemeinde in Damak, N. A. Thulung. In allen drei Kirchen hatten die Behörden auch antichristliche Flugblätter gefunden.