05.10.2015
Europa: Tausende Evangelikale helfen Flüchtlingen
Brüssel (idea) – Evangelikale Christen in Europa sind stark in der Flüchtlingshilfe engagiert. Das geht aus einer Erklärung der Europäischen Evangelischen Allianz hervor, die in Brüssel veröffentlicht wurde. Die Allianz ist der Dachverband von rund 15 Millionen theologisch konservativen Protestanten, die sich Evangelikale nennen. Nach ihren Angaben sind 30 der über 50 Mitgliedsverbände der Allianz mit mehreren Tausend Mitarbeitern unter Asylbewerbern aktiv. Sie engagierten sich in der Rechtsberatung, durch Sprachkurse, geistlichen Beistand und praktischer Hilfe. Die Allianzen unterhielten Anlaufstellen entlang der Flüchtlingsrouten in Serbien, Kroatien, Ungarn und Slowenien sowie Betreuungsangebote in Deutschland, den skandinavischen Ländern, Italien, Großbritannien, den Niederlanden und Belgien. Viele evangelikale Initiativen unterstützten darüberhinaus die Flüchtlingshilfen in Griechenland, der Türkei und im Nahen Osten finanziell.
Was die Bibel über Flüchtlinge sagt
Wie es in der Erklärung heißt, haben Christen die moralische Pflicht, Flüchtlingen beizustehen. Die Bibel enthalte als oberste Autorität in allen Fragen des Glaubens und Lebens viele Fluchterzählungen. „Zum leidenschaftlichen Gottesdienst gehört es, ohne zu zögern, notleidenden und obdachlosen Menschen Gutes zu tun.“ Die Bibel gebe allerdings keine Antworten auf Fragen, wie die Europäische Union und Länder ihre Flüchtlingspolitik konkret gestalten sollen, so die Allianz. Christen gelangten hier zu unterschiedlichen Überzeugungen, die allerdings in Einklang mit der biblischen Ethik stehen müssten. Die Europäische Evangelische Allianz warnt in dem Zusammenhang vor der Dämonisierung oder Glorifizierung von Standpunkten. Sie führten nur zu Polarisierungen anstelle einer konstruktiven öffentlichen Debatte. Obwohl politische Überzeugungen, wie eine gerechte Hilfe für Flüchtlinge aussehen könnte, mitunter umstritten sein könnten, habe die Kirche dennoch die moralische Verpflichtung, sich für immer mehr und bessere Hilfen für Menschen in Not einzusetzen. „Christen müssen die Flüchtlingskrise als Gelegenheit sehen, als Jünger Jesu (geistlich) zu wachsen“, heißt es weiter.
Generalversammlung tagt in Deutschland
Die Erklärung wurde im Vorfeld der diesjährigen Generalversammlung der Europäischen Evangelischen Allianz vom 5. bis 8. Oktober in Schwäbisch Gmünd veröffentlicht. Als Generalsekretär amtiert der frühere Europadirektor des internationalen Missionswerks Operation Mobilisation (OM), der Schweizer Thomas Bucher (Driebergen/Niederlande). In Brüssel unterhält die Allianz ein Büro, das Kontakt zu den europäischen Institutionen hält.