14.10.2015

Ägypten: Christlichen Fernsehsender durchsucht

Computer und Kameras beschlagnahmt – Direktor sechs Stunden lang verhört

Ägypten: Christlichen Fernsehsender durchsucht

Computer und Kameras beschlagnahmt – Direktor sechs Stunden lang verhört

Kairo (idea) – Mitarbeiter der ägyptischen Zensurbehörde haben am 10. Oktober die Redaktionsräume und Studios des christlichen Fernsehsenders SAT-7 in der Hauptstadt Kairo durchsucht. Sie beschlagnahmten Kameras und Computer und verhörten den Direktor Farid Samir sechs Stunden lang. Anschließend sei er zwar freigelassen worden, aber die konfiszierten Gegenstände seien nicht zurückgegeben worden, teilte der Sender in einem „dringenden Gebetsaufruf“ an seine Unterstützer mit. Samir sei vorgeworfen worden, einen Satellitensender ohne die Genehmigung der ägyptischen Behörden zu betreiben. SAT-7 wies die Anschuldigung zurück. Der Sender produziere in Ägypten nur Beiträge. Dafür sei keine Sendelizenz nötig. Die Beiträge würden über die SAT-7-Zentrale in Zypern ausgestrahlt. In Kairo sind über 30 Mitarbeiter für SAT-7 tätig. Sie arbeiten unter dem rechtlichen Dach der koptisch-orthodoxen Kirche.

SAT-7: Vorwürfe beruhen auf Unwissenheit

Wie der Sender weiter äußerte, ist bei einer Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft am 11. Oktober deutlich geworden, dass die Vorwürfe auf Unwissenheit und Missverständnissen beruhten. Dennoch sei unsicher, ob es nicht doch zu einem Prozess komme, heißt es in dem Gebetsaufruf. Außer in Kairo betreibt SAT-7 Studios in Beirut (Libanon), Istanbul (Türkei), Nikosia und Limassol (Zypern). Deutscher Partner von SAT-7 ist das Missionswerk DMG Interpersonal (Sinsheim bei Heidelberg). SAT-7 sendet rund um die Uhr in drei Sprachen auf fünf Kanälen und erreicht nach eigenen Angaben täglich etwa 15 Millionen Zuschauer im Nahen Osten und Nordafrika.