14.10.2015

Haiti: US-Missionarin erschossen

Polizei hat noch keine Hinweise auf die Täter

Haiti: US-Missionarin erschossen

Polizei hat noch keine Hinweise auf die Täter

Port-au-Prince/Henderson (idea) – Die US-Missionarin Roberta Edwards (55) ist in Haiti von Unbekannten erschossen worden. Wie der Fernsehsender NBC am 13. Oktober berichtete, wurde sie in ihrem Auto getötet. Sie soll mit einem etwa vierjährigen Pflegekind unterwegs gewesen sein, das von den Mördern entführt wurde. Laut NBC machte die haitianische Polizei keine weiteren Angaben zu der Tat. Edwards war Mitglied der evangelikalen Gemeinde „Estes Church of Christ“ in Henderson (US-Bundesstaat Tennessee). Nach deren Angaben haben Zeugen gesehen, dass ein anderer Wagen die Straße blockiert und so Edwards zum Halten gezwungen habe. Dann seien aus dem anderen Auto bewaffnete Männer ausgestiegen und hätten in den Wagen der Missionarin geschossen. Sie habe in der Hauptstadt Port-au-Prince ein Heim geleitet, in dem etwa 20 Waisenkinder leben. Zudem habe sie bis zu 160 weitere Kinder zwei Mal täglich mit Essen versorgt. Wie es auf der Internetseite der Gemeinde heißt, wusste Edwards, dass sie in einem gefährlichen Umfeld arbeitete. Die Not in Haiti sei groß, so der Pastor der Gemeinde, Jesse Robertson. Man fühle sich Edwards und den Kindern gegenüber verpflichtet, die Arbeit auf Haiti fortzusetzen. 2010 erlebte das Land ein verheerendes Erdbeben mit rund 300.000 Todesopfern. Haiti ist bis heute auf internationale Hilfe angewiesen. Von den etwa 10,6 Millionen Einwohnern sind 55 Prozent römisch-katholisch, 15 Prozent Baptisten, acht Prozent Pfingstler, drei Prozent Adventisten, 1,5 Prozent Methodisten und 0,7 Prozent Anglikaner. Der Rest ist konfessionslos oder gehört anderen Religionen an. Nach Schätzungen hängen gleichzeitig etwa 70 Prozent der Bevölkerung dem Voodoo-Kult an.