19.10.2015
Deutschland: Afghane verletzt Iraner schwer
Wegen Übertritts zum Christentum: Hamburger Polizei: Erster bekannter Fall religiös motivierter Auseinandersetzung
Deutschland: Afghane verletzt Iraner schwer
Wegen Übertritts zum Christentum: Hamburger Polizei: Erster bekannter Fall religiös motivierter Auseinandersetzung
Hamburg (idea) – Mutmaßlich weil er zum Christentum übertrat, ist ein iranischer Asylbewerber in Hamburg von einem muslimischen Afghanen angegriffen und schwer verletzt worden. Die Tat ereignete sich nach Polizeiangaben am Abend des 18. Oktober in einer Asylunterkunft in Hamburg-Eidelstedt. Der Täter sei mit einem Teleskopschlagsstock auf den 24-jährigen Iraner losgegangen und habe immer wieder auf ihn eingeschlagen. Das Opfer brach schließlich bewusstlos zusammen. Der Grund für den Überfall: Der Iraner soll dem Afghanen wenige Tage zuvor erzählt haben, dass er vom Islam zum Christentum übergetreten sei. Daraufhin habe der Afghane erklärt, dass es in dem Fall keine Sünde sei, den 24-Jährigen zu töten, teilte die Polizei mit. Es sei der erste bekannte Fall einer möglicherweise religiös motivierten Auseinandersetzung unter Flüchtlingen in der Freien- und Hansestadt, hieß es weiter. Der schwerverletzte Iraner, der erst seit zwei Wochen in der Aufnahmeeinrichtung lebte, wurde in ein Krankenhaus gebracht. Sein Gesundheitszustand soll sich inzwischen stabilisiert haben. Der namentlich bekannte Angreifer konnte zunächst festgehalten werden, wurde dann aber von 15 bis 20 Personen befreit und flüchtete. Die Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamtes ermittelt.