25.10.2015
Deutschland: Flüchtlinge besuchen Glaubenskurs
130 Flüchtlinge besuchen Glaubenskurs einer Pfingstgemeinde Einige erhoffen sich bessere Chancen bei der Anerkennung ihres Asylantrags
Deutschland: Flüchtlinge besuchen Glaubenskurs
130 Flüchtlinge besuchen Glaubenskurs einer Pfingstgemeinde
Einige erhoffen sich bessere Chancen bei der Anerkennung ihres Asylantrags
Hamburg (idea) – Das Interesse von muslimischen Flüchtlingen an christlichen Glaubenskursen nimmt zu. Einige von ihnen wollen sich aber nur taufen lassen, damit die Chancen steigen, dass ihrem Asylantrag in Deutschland stattgegeben wird. Diese Einschätzung gab der im Iran aufgewachsene armenischstämmige Leiter der pfingstkirchlichen Gemeinde „Alpha & Omega International“ (Hamburg), Pastor Albert Babajan, gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Da in seiner Gemeinde die Gottesdienste und Glaubenskurse auf Farsi stattfinden, kommen die Besucher vor allem aus Afghanistan und dem Iran. Täglich erhalte er Anrufe von neuen Interessierten. So habe er Anfang Oktober einen Alphakurs mit 130 Flüchtlingen begonnen und 18 Personen getauft. Seine Gemeinde könne den Ansturm kaum noch bewältigen, so Babajan. Mittlerweile reiche der Platz nicht mehr aus. Derzeit sei man noch in der freikirchlichen Christus-Gemeinde Barmbek-Süd zu Gast, wolle aber nun eigene Räume finden, um missionarische Angebote auszubauen und sie um soziale Programme zu erweitern. Ein weiteres Problem sei, dass viele Flüchtlinge kein Geld für eine Fahrkarte hätten, um zur Gemeinde zu kommen. Man versuche, sie mit Privatautos abzuholen oder ihnen die Karte zu bezahlen: „Aber mittlerweile ist die Zahl der Flüchtlinge zu groß.“ Er bitte deswegen über das evangelikale Netzwerk „Gemeinsam für Hamburg“ um finanzielle Hilfe und Gebetsunterstützung.
„Wir taufen nur die, die von ganzem Herzen an Jesus glauben”
Unter den Teilnehmern der Glaubenskurse seien auch viele Menschen, die Grundkenntnisse über das Christentum beispielsweise aus Untergrundkirchen im Iran mitbrächten, aber nun fundiertes Wissen über den Glauben bekommen wollen. Babajan: „Wir nehmen in unseren Glaubenskursen jeden Menschen auf – egal, mit welcher Motivation er zu uns kommt. Wir taufen aber nur diejenigen, die aus ganzem Herzen zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind. Wir predigen das Evangelium und zeigen ihnen die Liebe Gottes, beten für sie und erleben auch Gottes Wunder.“ Mitte Oktober habe ein Iraner bei seiner Taufe vor der Gemeinde bekannt, dass er ursprünglich gekommen sei, um durch die Taufe schneller eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Doch er sei von Gott so berührt worden, dass er sich nun aus ganzem Herzen zu Jesus bekennen wolle und froh sei, den „himmlischen Pass“ bekommen zu haben. Die Gemeinde hat über 350 Mitglieder und gehört zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP).