26.10.2015
Syrien: Christen unter Dhimma-Schutzvertrag
Beten wir für die Christen in der syrischen Stadt Qaryatain, die vom Islamischen Staat entführt wurden und nun als Bürger zweiter Klasse unter einem erniedrigenden Dhimma-Schutzvertrag leben müssen.
Im klassischen Islam werden Christen, Juden und einige anderen nicht-muslimsische Gruppierungen als Dhimmi (auf Deutsch „Schutzbefohlene“) bezeichnet. Als solche dürfen sie als Teil der muslimischen Gesellschaft leben und ihre Religion ausüben. Dieser Schutzvertrag bedeutet jedoch nur, dass die Christen nicht umgebracht werden oder gezwungen werden, sich zum Islam zu bekehren oder ihre Häuser zu verlassen. Dhimmi werden gezwungen als Bürger zweiter Klasse zu leben, ihre persönlichen Freiheiten werden eingeschränkt und sie müssen eine Kopfsteuer, die jizya, bezahlen.
Am 3. September veröffentlichten Milizen des Islamischen Staats ein Foto, auf dem die gefangenen Christen von Qaryatain einen Dhimma-Vertrag unterschreiben. Das Dokument umfasst elf Artikel, die die Freiheiten der Christen drastisch einschränken. Rund 260 Christen waren am 6. August entführt worden; viele wurden nach Raqqa, der sogenannten „Hauptstadt“ des Islamischen Staats gebracht. Am 2. September wurde den zurückgebliebenen Christen ein zweitägiges Ultimatum gestellt: Entweder sie bekehren sich zum Islam, unterstellen sich der jizya, oder müssen ihre Häuser verlassen.
Beten wir um Weisheit für die Christen in Qaryatain, dass sie wissen wie sie sich in dieser neuen Situation verhalten sollen. Bitten wir, dass sie auch in diesem demütigenden Unterwürfigkeitsverhältnis nach Gottes Willen leben und so immergrünen Palmen und den mächtigen Zedern des Libanons gleichen (Psalm 92, 12). Bitten wir auch, dass Gott die Herzen der Dschihadisten, die sie überwachen, erweicht und sie nicht zu hart über die Christen herrschen.
Quelle: Barnabasfund FOKUS FÜRBITTE Okt.2015