07.09.2015

Syrien: IS lässt 15 christliche Geiseln frei

Aramäer in Deutschland: 255 Christen weiterhin in Geiselhaft

Syrien: IS lässt 15 christliche Geiseln frei

Aramäer in Deutschland: 255 Christen weiterhin in Geiselhaft

Homs/Heidelberg/Göttingen (idea) – Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) hat 15 christliche Geiseln nach wochenlangen Verhandlungen am 4. September in Syrien freigelassen. Sie waren zusammen mit Hunderten weiteren Zivilisten bei der Eroberung der südlich von Homs gelegenen Stadt Al-Qaryatayn in Geiselhaft genommen worden. Nach Angaben des syrisch-orthodoxen Erzbischofs Mor Silvanus Petros Al-Nemeh (Homs) befinden sich aber 255 aramäische Christen weiter in den Händen der Terrormiliz. Darunter ist auch der im Mai von einem IS-Kommando entführte katholische Geistliche Jacques Mourad. Die freigelassenen Frauen und Kinder wurden in Homs medizinisch versorgt. Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Aramäer in Deutschland, Daniyel Demir (Heidelberg), begrüßte die Freilassung als kleinen Lichtblick. Zugleich erinnerte er daran, dass die verbleibenden 255 Aramäer in der Stadt unter menschenverachtenden Bedingungen leben müssten. Sie könnten ihren Glauben nicht frei ausüben. „Bei Verstößen droht das Todesurteil“, so Demir. In Deutschland leben etwa 100.000 christliche Aramäer, in der EU rund 300.000.

Gesellschaft für bedrohte Völker: IS-Finanzierung stoppen

Unterdessen hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) vor der am 8. September in Paris beginnenden UN-Konferenz zum Schutz der verfolgten Minderheiten im Nahen Osten dazu aufgerufen, alles dafür zu tun, um die Finanzierung des IS durch Behörden, Organisationen oder Privatpersonen aus Ländern wie Katar, Saudi-Arabien oder der Türkei zu beenden. „Europa darf nicht länger stillschweigend hinnehmen, dass ungehindert Gelder an die Terrormiliz fließen“, erklärte der Nahostreferent der Gesellschaft, Kamal Sido. Der IS finanziere sich über Spenden sehr vermögender Privatleute, religiöser Stiftungen und Moscheevereine wie auch über den Verkauf von Rohöl aus den von ihm eroberten Gebieten in Syrien und dem Irak.