08.09.2015

Syrien: Ohne christliche Gemeinden wäre die Lage noch katastrophaler

Jahresfest des Christlichen Hilfsbundes im Orient: Flüchtlingen beistehen

Syrien: Ohne christliche Gemeinden wäre die Lage noch katastrophaler

Jahresfest des Christlichen Hilfsbundes im Orient: Flüchtlingen beistehen

Bad Homburg (idea) – Zur Hilfe für die Christen im Nahen Osten wie auch für die von dort stammenden Flüchtlinge wurde auf dem Jahresfest des Missionswerks „Christlicher Hilfsbund im Orient“ am 6. September in Bad Homburg aufgerufen. Dessen Geschäftsführer und Theologischer Leiter, Andreas Baumann, zog eine Parallele zwischen der Gegenwart und der Zeit des armenischen Völkermordes vor 100 Jahren. Rund 1,5 Millionen Christen waren 1915 und 1916 Opfer von Massenmord, Deportation und Vertreibung im Osmanischen Reich geworden, dem die Türkei entstammt. Missionare des Hilfsbundes hätten damals Tausenden das Leben gerettet. Heute sei die Lage im Nahen Osten ähnlich schwierig, so Baumann. Auch jetzt gelte es, den Menschen beizustehen.

Aleppo: 48.000 Christen haben die Stadt verlassen

Wie Baumann der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, betreute der Hilfsbund im vergangenen Jahr im Nordirak über Partnerorganisationen mehrere Hundert Flüchtlingsfamilien. In Nordsyrien ließ er bei der Großstadt Aleppo zahlreiche Trinkwasserbrunnen bauen und unterstützte die Projekte einheimischer Gemeinden. Von den einst 60.000 armenischen Christen in der Stadt seien die meisten geflohen. Auch von den verbliebenen 12.000 würden wohl noch viele das Land verlassen. Umso erstaunlicher sei es, dass die Christen ihre Hilfsaktivitäten fortsetzten. Baumann: „Ohne die Gemeinden wäre die Situation noch viel katastrophaler.“

Syrische Flüchtlingskinder besuchen Internat im Libanon

Im Libanon betreibt der Hilfsbund in Anjar – nahe der syrischen Grenze – ein Internat, in dem Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen ein neues Zuhause finden können. Ein Drittel der 60 Kinder dort stammt aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Der Hilfsbund wurde 1896 gegründet. Er arbeitet auch im Irak und in Armenien. Vorsitzender ist Pfarrer i. R. Rainer Geiss (Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main). Das Werk ist Mitglied in der Diakonie Hessen und assoziiertes Mitglied im Evangelischen Missionswerk (EMW) sowie in der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM).