09.09.2015
Australien: Verfolgte Minderheiten sollen bevorzugt werden
Australien nimmt mehr Flüchtlinge auf
Canberra (idea) – Australien will 12.000 zusätzliche Flüchtlinge aus dem Nahen Osten aufnehmen. Das gab der Premierminister Tony Abbott (Canberra) bekannt. „Unser Schwerpunkt wird auf Familien, Frauen und Kindern besonders von verfolgten Minderheiten liegen, die in Lager in den Nachbarländern von Syrien und Irak geflüchtet sind“, sagte er. Bisher war geplant, lediglich 13.750 Asylsuchende bis Juni 2016 einreisen zu lassen. Auch überlege die Regierung, humanitäre Hilfe stärker finanziell zu unterstützen. Umstritten war Abbott wegen der internationalen „Stoppt die Boote“-Kampagne, nach der Australien keine Personen ohne Visa einreisen lässt, die auf dem Seeweg nach Australien kommen. Von den 23,1 Millionen Australiern sind 25,3 Prozent Katholiken, 17,1 Prozent Anglikaner und 18,7 Prozent Mitglieder anderer Kirchen. Hinzu kommen 2,5 Prozent Buddhisten, 2,1 Prozent Muslime, 1,3 Prozent Hindus sowie 0,4 Prozent Juden. 22,3 Prozent bezeichnen sich als areligiös, und 9,4 Prozent machten bei der letzten Volkszählung 2011 keine Angaben.
Australische Luftangriffe gegen IS wahrscheinlich
Abbott begrüßte die Forderung von US-Präsident Barack Obama, Australien solle sich mit Luftangriffen stärker am Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien beteiligen. Bis zum 13. September will die Regierung darüber entscheiden. Erneut nannte der Premierminister den IS einen Todeskult, der zerstört werden müsse. Zuvor hatte er die Terrororganisation mit den Nationalsozialisten verglichen: Sie hätten über genügend Schamgefühl verfügt, um zu versuchen, ihre Verbrechen geheim zu halten. Die Dschihadisten dagegen prahlten mit ihren Gräueltaten.