13.09.2015
Irak: Regierung dokumentiert Übergriffe auf Christen
Premierminister setzt ein Komitee ein, das die Benachteiligung beenden soll
Irak: Regierung dokumentiert Übergriffe auf Christen
Premierminister setzt ein Komitee ein, das die Benachteiligung beenden soll
Bagdad (idea) – Übergriffe auf Christen sollen im Irak künftig dokumentiert werden. Premierminister Haydar al-Abadi hat ein entsprechendes Komitee eingesetzt, das die Verfolgung und Unterdrückung von Christen beenden soll. Diese hat seit dem Sturz Saddam Husseins 2003 stark zugenommen. Seit die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) Teile des Landes erobert hat, hat sich die Lage weiter verschärft. Der IS, der weite Teile Syriens und des Iraks kontrolliert, möchte dort ein Kalifat errichten, in dem das islamische Religionsgesetz Scharia mit äußerster Brutalität durchgesetzt wird. Christen, die sich weigern, Muslime zu werden oder eine Kopfsteuer zu zahlen, werden getötet, teilweise auch gekreuzigt oder geköpft. Mädchen und Frauen werden auf Märkten als Sex-Sklavinnen an IS-Kämpfer verkauft. Die Nichtregierungsorganisation „Baghdad Beituna“ (Bagdad unsere Heimat) geht davon aus, dass seit 2003 allein in Bagdad mehr als 7.000 Attacken auf Kirchen und Häuser von Christen verübt wurden. Auch der chaldäische Patriarch Louis Raphael I. beklagte, dass sich die Sicherheitslage verschlechtert habe. So häufe sich die Zahl der Entführungen. Bereits im Juli hatte der christliche Abgeordnete Imad Youkhana einen besseren Schutz von Christen gefordert. Entführungen seien Teil einer Einschüchterungs-Kampagne, durch die Extremisten die Christen aus dem Land drängen wollten, so Youkhana. Lebten 2003 noch rund 1,5 Millionen Christen im Irak, so sind es Schätzungen zufolge gegenwärtig noch weniger als 200.000.