17.09.2015
Deutschland: Für den Schutz der geflüchteten Christen einsetzen
Mitwirkung eines Bischofs in einem Islamzentrum ist „Gott ein Gräuel“ - Missionsexperte: Die Bibel fordert eine Abgrenzung von fremden Göttern
Deutschland: Für den Schutz der geflüchteten Christen einsetzen
Mitwirkung eines Bischofs in einem Islamzentrum ist „Gott ein Gräuel“ - Missionsexperte: Die Bibel fordert eine Abgrenzung von fremden Göttern
Wetter/Wetzlar (idea) – Die Mitwirkung eines evangelischen Landesbischofs in einem Islamzentrum, das die Förderung der Identität von Muslimen zum Ziel hat, ist mit der Bibel nicht vereinbar. Dieser Ansicht ist der frühere Leiter des Amtes für Missionarische Dienste der Evangelischen Kirche von Westfalen, Pastor Klaus Jürgen Diehl (Wetter/Ruhr). Aus der Sicht des Alten Testaments sei die Unterstützung eines fremden Glaubens „Gott ein Gräuel“, schreibt er einem Beitrag für die Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Das Erste Gebot „Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“ fordere eine kompromisslose Abgrenzung von nicht-jüdischen Kulten sowie von den Ausländern, die sie in Israel einbürgern wollten. Deshalb hätten die Propheten Götzenkulte oft leidenschaftlich bekämpft und ihre Vertreter als Bedrohung für das Bekenntnis Israels zu Gott empfunden. Daran heute zu erinnern, habe „nichts mit Fremdenfeindlichkeit oder Islamophobie zu tun, wohl aber alles mit der Ehre Gottes und dem exklusiven Anspruch, den das Erste Gebot an uns stellt“, so Diehl.
Religiöse Grenzen werden vermischt
Zum Hintergrund: Im Juli hatte der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof, Heinrich Bedford-Strohm (München), die Einladung zur Mitwirkung im Kuratorium des Münchner Islamzentrums angenommen. Der Trägerverein „Münchner Forum für Islam“ bekennt sich nach eigenen Angaben zur „Förderung der Identität hier lebender Muslime in einem Sinne, der dem Islam als friedlicher und an den Werten eines freiheitlichen, modernen Rechtsstaates orientierten Religion verpflichtet ist“. Als weiteres Beispiel für eine unzulässige Vermischung religiöser Grenzen nennt Diehl die Umwandlung einer evangelischen Kirche in Hamburg zu einer Moschee. Dass ein Imam von der Kanzel einer evangelischen Kirche in München Koranverse zitieren durfte, widerspreche ebenfalls Gottes Gebot.
Allen Flüchtlingen mit offenen Herzen begegnen
Diese Mahnung stehe nicht im Gegensatz zur häufigen Aufforderung im Alten und Neuen Testament, sich der Fremden anzunehmen. Sie werde meist mit der Erinnerung an die eigene Geschichte begründet. Von Abraham über Mose bis Jesus hätten fast alle biblischen Hauptakteure tiefe existenzielle Erfahrungen mit Flucht, Vertreibung und einem Leben in der Fremde gemacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg seien über zehn Millionen Vertriebene vor allem in Westdeutschland aufgenommen worden, wo sie sich eine neue Existenz aufbauen konnten. Diehl folgert daraus: „Gerade diese Erfahrung, in der wir als Christen trotz des schmerzhaften Verlustes der Heimat im Osten eine unverdiente, gnädige Fürsorge Gottes sehen, sollte uns heute dazu veranlassen, den Flüchtlingen bei uns mit offenen Herzen zu begegnen.“ Den Menschen, die infolge von Not und Elend, Hunger oder Krieg nach Deutschland strömten, sei unabhängig von Nationalität, Rasse oder Religion Zuflucht zu gewähren. Osteuropäische Staatsmänner, die nach eigenen Aussagen keine Muslime aufnehmen wollten, sondern allenfalls Christen, könnten sich nicht auf die Bibel berufen.
Nach Deutschland geflüchtete Christen sind eine „geistliche Frischzellenkur“
Unter den Asylbewerbern und Flüchtlingen seien viele Christen, die die Einheimischen mit ihrem lebendigen Glauben und ihrer missionarischen Leidenschaft häufig beschämten. Für das „geistlich so müde und säkular gewordene Abendland“ bildeten Christen aus fernen Ländern „eine dringend nötige geistliche Frischzellenkur“. In ihren Heimatländern hätten sie nicht nur wie ihre (gemäßigten) muslimischen Landsleute unter Krieg und Terror gelitten, sondern sie seien von der Mehrheitsbevölkerung oft genug auch wegen ihres Glaubens verachtet, gedemütigt und verfolgt worden. Selbst in deutschen Asylunterkünften würden sie von muslimischen Mitasylanten gelegentlich verspottet oder geschlagen. Dazu Diehl: „Dann ist es dringend an der Zeit, sich zuallererst für ihren Schutz einzusetzen und ihnen Gutes zukommen zu lassen.“